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Bildung Ansturm auf Leipziger Universität: 36 Prozent mehr Bewerber als im Vorjahr
Leipzig Bildung Ansturm auf Leipziger Universität: 36 Prozent mehr Bewerber als im Vorjahr
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17:07 30.08.2011
Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Noch überraschender: Mehr als die Hälfte der deutschen Antragsteller kommt aus den westlichen Bundesländern.

Insgesamt wuchs die Zahl der Bewerber im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres um mehr als 36 Prozent. Eine Zunahme, die umso erstaunlicher ist, weil Prognosen aufgrund sinkender Abiturientenzahlen sogar von einem Rückgang der Bewerbungen ausgegangen waren. Aus den alten Bundesländern bewarben sich demnach bislang fast 14.000 Abiturienten und Schulabgänger. 2010 waren es lediglich 7500 gewesen.

Der Anstieg hat mehrere Ursachen. Vor allem die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie die Aussetzung der Wehrpflicht sorgten laut Universität für den Bewerberboom. Zudem würden die Studenten durch die nicht vorhandenen Studiengebühren angelockt.

Gestoppte Zulassungssoftware sorgt für viele Mehrfachbewerbungen

Die größte Leipziger Hochschule macht zudem den missglückten Start des zentralen Hochschulzulassungssystems für Fächer mit Numerus Clausus (NC) für die Situation verantwortlich. Die Stiftung Hochschulzulassung in Dortmund, Nachfolgerin der früheren Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS), hatte das Projekt Anfang April abrupt gestoppt, weil es in den Testläufen diverse Fehler bei der Datenübertragung gegeben hatte. Die neue Software sollte Mehrfachbewerbungen verringern. „Jetzt ist das Gegenteil der Fall“, berichtet Klaus Dietz, Leiter des Studentensekretariats der Universität Leipzig, gegenüber LVZ-Online. „Wir haben daher momentan arg zu kämpfen mit der Bewerberflut."

Universität und Freistaat warben über Jahre um westdeutsche Studienanfänger

Logo der Kamoagne "Abenteuer Fernost" Quelle: LVZArchiv

Mit aufwendigen und kostspieligen Image-Aktionen hatte sich allerdings gerade die Leipziger Alma Mater intensiv um Studienbewerber bemüht. So betreibt die zweitälteste Universität Deutschlands seit 2009 die Kampagne „Abenteuer Fernost“, mit der gezielt Studienanfänger aus den alten Bundesländern in die Stadt gelockt werden sollen. Sachsen verfolgte mit der Werbemaßnahme „Pack Dein Studium“ das gleiche Ziel zugunsten aller Hochschulen im Freistaat. „Diese Aktionen haben sicher auch mitgewirkt, spielen aber im Gegensatz zu den doppelten Abiturjahrgängen sicher nur eine untergeordnete Rolle“, sagte Sekretariatsleiter Dietz.

Einschreibungen noch immer möglich

Die jetzt veröffentlichten Bewerberzahlen könnten sogar noch weiter steigen. Denn die Einschreibefrist für nicht zulassungsbeschränkten Fächer dauere noch an.

Seit Wochen vergeben sind dagegen die Studienplätze in den Fächern mit NC. 23.000 junge Menschen hätten sich hierbei auf die nur knapp 2000 Plätze beworben. Am beliebtesten sei ein Studium der Psychologie gewesen, gefolgt von Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Lehramtsfächern, insbesondere Deutsch.

Alexander Laboda

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