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Bildung Antibiotika-Vergabe: Veterinärmediziner in Leipzig empfehlen bundesweite Meldedatei
Leipzig Bildung Antibiotika-Vergabe: Veterinärmediziner in Leipzig empfehlen bundesweite Meldedatei
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16:14 18.01.2012
Der Leiter der Kleintierklinik der Leipziger Tierklinik, Gerhard Oechtering (l.), und Karsten Fehlhaber (Experte für Lebensmittelhygiene) beim Leipziger Tierärzte-Kongress 18.01.2012 in Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig

In Leipzig werden rund 4000 Veterinärmediziner zu der Tagung erwartet. Karsten Fehlhaber, Experte für Lebensmittelhygiene, unterstützt die Forderung nach einer bundesweiten Melde-Datei, in der Tierärzte die Vergabe von Antibiotika registrieren.

Bisher registriere jeder Tierarzt für sich, was wann verschrieben werde, so Fehlhaber im Vorfeld des Kongresses vor Journalisten. Der frühere Direktor des Instituts für Lebensmittelhygiene der Universität Leipzig betont, dass wegen der Aktualität des Themas und des gestiegenen Interesses in der Öffentlichkeit auch der Tierärztekongress reagiere: Der Themenschwerpunkt Lebensmittelsicherheit wurde auf eineinhalb Tage ausgedehnt, als ersten Referenten erwartet die Runde am Freitag Theo Mantel, den Präsidenten der Bundestierärztekammer.

Ziel könnte ein umfassendes Tiergesundheitsportal sein, so Hans-Georg Möckel, Präsident der Landestierärztekammer Sachsen am Mittwoch in Leipzig. Schon jetzt bestünden aussagekräftige Herkunfstdateien für Rinder und Schweine. Für eine zentrale Erfassung der Antiobiotika-Verabreichung könnten die Dateien für den Nutztierbestand erweitert werden. Das Thema "Antiobiotika in Geflügelfleisch" sei ein Dauerbrenner, sagte Möckel. Er wies darauf hin, dass seine Zunft für sichere Lebensmittel tierischer Herkunft stehe. Die Massentierhaltung sei für die Veterinäre aber nicht unproblematisch.

"25.000 Tiere in einem Bestand sind keine Seltenheit", sagte Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, Direktorin der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig. "Wenn an einem Tag zehn Hühner husten, sind es am nächsten Tag hundert." Die Tierärzte müssten immer den gesamten Bestand behandeln und auch abwägen, ob der wirtschaftliche Schaden für den Halter noch zu verkraften sei, wenn keine Antibiotika eingesetzt würden. Schon seit Jahren steige der Bedarf an Geflügelfleisch, in Deutschland gebe es aber immer weniger Halter.

Ohne Antibiotika-Vergabe kämen aber in der Regel nur kleinere Betriebe aus, die auch längere Mastzeiten hätten, sagte die Tierärztin. Verbraucher müssten sich auch fragen, ob sie bereit sind, für qualitativ hochwertiges Geflügelfleisch aus dem einheimischen Stall mehr zu bezahlen.

In Sachen Antibiotika-Meldedatei wollen die Veterinäre in Leipzig auch über den Tellerrand schauen: In Holland habe man mit einer zentralen Erfassung der Antibiotika-Vergabe außerdem deutliche Erfolge erzielt. "Die Verabreichung ist seit 2009 um 30 Prozent gesunken", so Krautwald-Junghanns. Den Niederländern sei das aber nur gelungen, indem sie Betriebe, die überdurchschnittlich viel Antibiotika verabreichten, öffentlich machten. Von dieser Art Pranger hält die Veterinärmedizinerin allerdings nichts.

Evelyn ter Vehn

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