Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Antrittsvorlesung: Leipziger Zoo-Chef Junhold als Honorarprofessor auf gewohntem Terrain
Leipzig Bildung Antrittsvorlesung: Leipziger Zoo-Chef Junhold als Honorarprofessor auf gewohntem Terrain
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:00 13.11.2013
Zoodirektor Jörg Junhold bei der Antrittsvorlesung als Uni-Honorarprofessor. Quelle: Wolfgang Zeyen

Das bereitgestellte Mineralwasser blieb unberührt. Der 49-Jährige gönnte sich in dem anderthalbstündigen Vortrag keine Pause, nahm das Publikum unterhaltsam mit auf die Reise zu den Zoos als Impulsgebern für Gesellschaft und Wissenschaft im 21. Jahrhundert und erntete nach getaner Arbeit kräftiges Banktrommeln als Lohn vom Hörsaalvolk.

Lob gab es von allen Seiten: Veterinärmedizin-Studentin Franziska Grandt attestierte ein hohes Maß an Anschaulichkeit und war angetan von den vielen angesprochenen Aspekten der Zootierhaltung und des Artenschutzes. "Ein richtig gelungener Auftritt, bei dem ein fundierter Überblick zum weltweiten tiergärtnerischen Geschehen geliefert wurde", meinte Benjamin Hößelbarth, der an der hiesigen Uni Biologie plus Sport als Lehramt studiert. Dass Junhold, der seit 1997 den Leipziger Zoo leitet, auch Problematisches thematisierte, fand Matthias Dressel toll. "Da gab es keine Chef-Allüren, das kam alles sehr menschlich rüber", so der Bio-Student aus Halle.

Junhold war nach einem kurzen Abriss der Geschichte von Menagerien und zoologischen Gärten auf das Hier und Heute zu sprechen gekommen, auf das Spannungsfeld, in dem sich die Einrichtungen befinden. Etwa bezüglich der artgerechten Haltung und dem Erlebnischarakter für die Besucher. "Es muss da zwangsläufig Kompromisse geben." Immer schwierig und einzeln zu entscheiden seien auch jene Fälle, bei denen es um das Einschläfern von Tieren, um eine Handaufzucht oder die Verabreichung von Verhütungsmitteln gehe. Angestrebt werde eine nur zeitweise und nicht dauerhafte Unfruchtbarkeit. Zur Illustration zeigte er eine Pille für Flusspferde und kommentierte, "die ist etwas größer als die allgemein bekannte". Was den Nachwuchs betrifft, so hoffe er, dass es bei den Elefanten mal wieder klappt, nachdem sich bei den Nashörnern schon Nachwuchs einstellte - ohne künstliche Befruchtung, auf natürliche Weise. Mit Blick voraus meinte Junhold, er sehe vor allem bei der festgefahrenen Debatte um die Haltung von Säugetieren forschungsseitigen Handlungsbedarf. "Da darf es nicht nur um Quadratmeter gehen, es braucht belastbare Wohlfühl-Kriterien für die Tiere."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2013

Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Drei zehnte Klassen haben das Privileg, eine außergewöhnliche Unterrichtsstunde zu erleben. In der Aula des Evangelischen Schulzentrums tritt der Songpoet Stephan Krawczyk auf.

09.11.2013

Festkolloquium, Ausstellungseröffnung, Jubiläumsfeier: Die Kulturwissenschaftler (Kuwis) der Uni haben gestern mit viel Programm den 20. Jahrestag der Wiederbelebung ihres Institutes begangen.

08.11.2013

Das Schicksal der Familie ist ein Beispiel für die Pogromnacht, die die Ephraim-Carlebach-Stiftung nun für den Unterricht aufbereitet hat.

Es gibt dicke Bücher und auch Unterrichtsmaterial, das das Schicksal des jüdischen Volkes aufzeigt. "Für

08.11.2013
Anzeige