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Bildung Architekturstudenten beziehen inspirierende Ateliers
Leipzig Bildung Architekturstudenten beziehen inspirierende Ateliers
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22:00 07.04.2017
Rundgang und Gespräche im neuen Domizil der HTWK-Architekturstudenten: Ministerin Eva-Maria Stange (Zweite von rechts) und Rektorin Gesine Grande (links) waren bei der Visite dabei. Quelle: Foto: André Kempner
LEIPZIG

Ateliers vom Feinsten und Lob von allen Seiten: An der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) bevölkern jetzt die rund 400 Architekturstudenten ihr runderneuertes und erweitertes Domizil im Obergeschoss des Lipsius-Baus am Campus in Connewitz. Technische Ausstattung und Ambiente sind spitze, aus den Fenstern hoch droben lassen sich weite Teile der Stadt überblicken. „Das ist alles sehr inspirierend“, befand am Freitag Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange beim Rundgang durch die lichtdurchfluteten Räume, in denen die Kommilitonen einzeln und in Gruppen an ihren Projekten werkelten.

Bei vielen erkundigte sich die SPD-Politikern nach Details der Arbeit und natürlich nach dem Urteil über die Qualität der herausgeputzten Herberge mit rund 1400 Quadratmetern Nutzfläche. Durchweg positiv fiel das Echo aus. „Das ist wirklich toll geworden, sehr offen für Kreativität und zugleich funktional“, meinte Johanna Schötz (21), die im vierten Semester ist und übungsweise gerade ein Filmhaus entwirft. Aufgabe: Das in Berlin verortete Gebäude soll ein Kino, ein Museum und Archiv sowie eine Bibliothek beherbergen und diese Zweckbestimmung auch nach außen deutlich machen. Kommilitone Christian Wilke (29) bringt dafür ebenso Ideen ein. Seit Montag haben die beiden zusammen mit den anderen angehenden Architekten und den Dozenten vom neuen Quartier Besitz ergriffen. „Im Vergleich zum Interim der letzten anderthalb Jahre spielen wir jetzt in der ersten Liga“, freute sich Wilke. Im Herbst 2015 waren die bis dahin auf zwei Standorte am HTWK-Campus verteilten Architektur-Studiengänge nach Markkleeberg ausgelagert worden. Dann legten die Handwerker unter der Ägide des sächsischen Staatsbetriebes für Immobilien und Baumanagement (SIB) im Lipsius-Bau los. Der mit den Gegebenheiten vor Ort schon lange vertraute Architekt Jens Wilgeroth begleitete das Vorhaben sachkundig über die gesamte Distanz. Rund 1,1 Millionen Euro investierte der Freistaat, der damit auch einer gewissen Bringschuld nachkam. Denn im sächsischen Hochschulentwicklungsplan war fixiert worden, dass die Architekturausbildung in Reichenbach aufgegeben und die dortigen Kapazitäten nach Leipzig verlagert und in die HTWK integriert werden.

Damit war hier mehr Platzbedarf programmiert, der nun befriedigt ist. Sogar für die ehemals in Reichenbach stehende Architekten-Bar fand sich im Lipsius-Bau eine Nische. SIB-Niederlassungsleiterin Petra Förster verwies auf einfallreiches Know-how – etwa bei der Verkabelung. Die Stromadern ziehen sich in Halteschienen an den Decken hin, Steckdosen-Würfel können überall mit einem Handgriff heruntergezogen werden. Auch die Kosten-Nutzen-Relation sei sehr gut: „Mit vergleichsweise wenig Geld ist hier ein optimales Umfeld für die Lehre geschaffen worden.“ Gemessen an der Investitionssumme gilt die Neugestaltung der Ateliers und Seminarräume als kleine Baumaßnahme. „Klingt harmlos, hatte es aber in sich“, merkte Rektorin Professorin Gesine Grande an. Logistisch sei vieles zu meistern gewesen, um letztlich auch dem aus der Etage ausgezogenen Sprachenzentrum ein neues Zuhause zu geben. „Das alles war eine famose Leistung.“

Von Mario Beck

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