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Aufstand gegen Schönefeld: Leipziger Eltern wehren sich gegen Schulzuweisung

Aufstand gegen Schönefeld: Leipziger Eltern wehren sich gegen Schulzuweisung

Eltern machen mobil: In einem Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) fordern sie, alternative Standorte zu prüfen, an denen ihre Kinder nach den Sommerferien unterrichtet werden.

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Viele Eltern betrachten sich und ihre Kinder als Losverlierer (Symbolfoto).

Quelle: dpa

Leipzig. Hintergrund: Etliche Gymnasien in Wohnortnähe sind hemmungslos überfüllt, deshalb wurden ihre Kinder nach Schönefeld "zwangsumgelenkt", wie 24 betroffene Familien im der LVZ vorliegenden Brief schreiben.

Für die künftigen Fünftklässler bedeutet die Zuweisung zwischen 25 und 50 Minuten pro Fahrt zur Schule. Bei einem Elternabend, auf dem das Konzept des Gymnasiums Schönefeld vorgestellt wurde, brannte die Luft, wie Beteiligte sagen. Viele betrachten sich als Losverlierer, weil die Plätze nach einem Losverfahren vergeben werden und dabei ihr Erst- bis Drittwunsch nicht erfüllt wurde.

Als Außenstelle des Brockhaus-Gymnasiums Mockau soll die neue Bildungsstätte mit drei Klassen im Interim in der Löbauer Straße starten. Das künftige Stammhaus - die beiden Gebäude in der Gorkistraße - wird parallel saniert. Geplante Fertigstellung: 2016/17. Um Eltern die Bildungsstätte schmackhaft zu machen, werden Module in englischer Sprache angeboten. Dabei gibt es die Vision, das Haus als bilinguale Bildungsstätte mit Deutsch und Englisch zu entwickeln. "Es ist für uns völlig inakzeptabel, dass für die geplante Außenstelle Schönefeld noch kein schlüssiges, nur in den Grundzügen vorliegendes Konzept existiert", so Katja Kirsche, die gemeinsam mit 23 anderen Eltern den Brief verfasst hat. Sie lehnen es ab, ihre Kinder nach Schönefeld zu schicken - auch nicht auf das voraussichtlich in zwei Jahren fertig gestellte moderne Haus.

"Wir wollten den Eltern entgegenkommen"

Stadt und Bildungsagentur preisen das Angebot aber als Vorteil: Die Eltern können sich einbringen, das Konzept selbst mit entwickeln. "Natürlich hätten wir ein naturwissenschaftliches oder gesellschaftliches Profil festlegen können", so Agentursprecher Roman Schulz. "Wir wollten aber den Eltern entgegenkommen, wie wir es auch in den 1990-er Jahren bei anderen Gymnasien getan haben."

Viel mehr besorgt sind die Eltern aus Schleußig, dem Waldstraßenviertel, aus Gohlis, der Südvorstadt und Connewitz aber über die Schulwege sowie den Zustand des Plattenbaus Löbauer Straße, in dem "die baulichen und hygienischen Bedingungen mindestens fragwürdig" sind. Abteilungsleiter Thomas Kuhnert vom Amt für Jugend, Familie und Bildung kündigte auf LVZ-Nachfrage an, dass die Räume für die drei Klassen hergerichtet werden - 150 000 Euro stünden bereit. "Es gibt neue Tafeln, auch Malerarbeiten werden in den Ferien erledigt", so Kuhnert.

Die Eltern fordern dennoch, dass Alternativstandorte wie die ehemaligen Gebäude der Pablo-Neruda-Grundschule Tarostraße oder Erich-Kästner-Grundschule Lützowstraße als Domizil geprüft werden. Auch Containerschulen in der Telemannstraße sowie Goyastraße/Am Sportforum schlagen sie vor. Einige wollen Unterricht am Standort Löbauer Straße nur im Ausnahmefall akzeptieren, wenn ihnen dafür ein Platz an den später entstehenden Gymnasien Telemannstraße oder Karl-Heine-Straße garantiert wird. "Es muss geprüft werden, ob Zusatzklassen eingerichtet werden können", so Kirsche. Als Beispiel werden das Leibniz-, Kant- oder Reclam-Gymnasium sowie die Neue Nikolaischule oder das Louise-Otto-Peters-Gymnasium genannt. In der Bildungsagentur liegen schon dutzende Widersprüche, Eltern bereiten Klagen vor.

Laut Schulz wurde am Louise-Otto-Peters-Gymnasium, am Robert-Schumann-Gymnasium sowie am Kepler-Gymnasium jeweils eine Klasse zusätzlich eingerichtet. "Wir können nur mit den Räumen arbeiten, die der Schulträger anbietet."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2014

Mathias Orbeck

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