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Bildung Bauboom für die Leipziger Wissenschaft
Leipzig Bildung Bauboom für die Leipziger Wissenschaft
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00:17 10.08.2016
Blick in die Zukunft des Wissenschaftsparkes an der Permoserstraße. So wird das neue Forschungshochhaus des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung aussehen. Ab 2017 wird der markante Bau für 26 Millionen Euro hochgezogen.   Quelle: Visualisierung: hks-Architekturbüro
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Leipzig

Bauboom in der Leipziger Wissenschaftslandschaft: Mehr als 200 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in die Verbesserung der Infrastruktur für Forschung, Lehre und Hochschulmedizin. Während sich an einigen Standorten schon die Kräne drehen, steht andernorts der erste Baggerbiss noch bevor. Am Deutschen Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) wird jetzt gestartet, am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) 2017.

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In die Leipziger Wissenschaft wird in den kommenden Jahren ordentlich investiert. Für mehr als 200 Millionen Euro entstehen neue Gebäude, darunter ein Forschungszentrum in der Torgauer Straße.

Wissenschaftspark: Auf dem Areal an der Permoser- und Torgauer Straße stehen die Zeichen auf Zuwachs. Während am dortigen Tropos-Institut bereits ein Erweiterungsbau sein Richtfest hinter sich hat und am Institut für Oberflächenmodifizierung ein Applikationszentrum vor der Vollendung steht, sind am benachbarten DBFZ die Weichen für eine große Nummer gestellt. Frisch installiert ist die Bautafel und kündet vom Entstehen eines neuen Technikums und eines Bürohauses. Geplant war der Komplex schon lange, aber nun wird alsbald geklotzt und nicht gekleckert. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 36 Millionen Euro, 2018 soll das Gebäude-Ensemble fertig sein und beste Arbeitsbedingungen für die Bereiche Bioraffinerie, biochemische Konversion und thermochemische Konversion bieten. Nebenan am UFZ steht gleichfalls Großes bevor: Im Frühjahr 2016 war der Architektenwettbewerb für ein Forschungshochhaus entschieden worden, ab dem kommenden Jahr soll es für rund 26 Millionen Euro wachsen – letztlich auf rund 35 Meter Höhe. Der Bau wird nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern im Innern mit modernen Laboratorien und Arbeitsplätzen für rund 170 Beschäftigte bestückt.

Campus Liebigstraße: Das Baugeschehen auf dem Gelände der Hochschulmedizin läuft auf vollen Touren. Größter Brocken ist der Klinik-Neubau auf dem Terrain des abgerissenen Bettenhauses. Sieben Wochen liegt die Grundsteinlegung zurück, mittlerweile ist der Deckenschluss fast erreicht, bald wird sich der Rohbau noch oben recken. Die sogenannte Osterweiterung des Uni-Klinikums schlägt mit rund 58 Millionen Euro zu Buche. Nach der Fertigstellung 2018 werden in dem Gebäude das Tumorzentrum und Teile der Kinder- und Jugendmedizin untergebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite der Liebigstraße rattern derzeit die Presslufthämmer. Die vormalige Mensa ist entkernt und förmlich skelettiert. Demnächst wird das Gebäude wieder in Form gebracht und soll in zwei Jahren vollendet sein – als Herberge für die Speiseversorgung, die Life-Science-Bibliothek und die Lernklinik. Kostenpunkt: Rund 21 Millionen Euro. Sanierungsmaßnahmen sind am Anatomie-Institut und dem Studienzentrum im Gange.

Campus Jahnallee: Wo das Gelände an die Marschnerstraße angrenzt, drehen sich unentwegt die Kräne und der Beton fließt in Strömen für das neue Bildungswissenschaftliche Zentrum (BWZ) der Universität. Für rund 25 Millionen Euro wird es hochgezogen. Erst jetzt, da der Rohbau Kontur annimmt, wird die Dimension deutlich. Fast bis zur Campus-Mitte erstreckt sich der Baukörper und stellt das dort deponierte Marx-Relief förmlich in den Schatten. Für 2018 ist die Übergabe des Gebäudes, das dringend für die Erziehungswissenschaftliche Fakultät benötigt wird, geplant. Beherbergen wird es auch einen Forschungskindergarten. Dem historischen Trafo-Haus auf dem Baufeld geht es nicht an den Kragen – es steht unter Denkmalschutz und wird in das neue BWZ integriert.

Biocity-Campus: Zwischen Deutschem Platz, Alter Messe und Perlickstraße hat sich seit 2003 ein imposanter Cluster der Lebenswissenschaften mit attraktiven Institutsbauten entwickelt. Nunmehr werden auch die Planungen für ein neues Domizil des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (Idiv) auf dem Gelände konkret. Mit fast 34 Millionen Euro ist der Neubau veranschlagt, 2017 könnte er angegangen werden. Weitere 7,8 Millionen Euro sollen in ein Idiv-Forschungsgewächshaus fließen, das auf dem Areal des Botanischen Gartens in der Linnéstraße wachsen soll. Aktuell laufen dafür die Ausführungsplanungen.

Von Mario Beck

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