Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Bauboom und Zerfall - Was wird aus den geschlossenen Schulen in Leipzig?
Leipzig Bildung Bauboom und Zerfall - Was wird aus den geschlossenen Schulen in Leipzig?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 30.03.2014
Das ehemalige Leipziger Lichtenberg-Gymnasium verfällt zusehends. Quelle: André Kempner

Doch was wird aus den altehrwürdigen Gebäuden? Die LVZ hat nachgehakt.

"Kinder müssen mit Straßenbahnen und Bussen durch die ganze Stadt fahren, obwohl Schulen direkt vor ihrer Haustür leer stehen", kritisiert LVZ-Leser Rolf Eidam aus Grünau. Er hat beispielsweise die ehemalige 55. Schule in der Ratzelstraße im Blick, die 1929 für die Kinder der neu erbauten Siedlung "Meyersche Häuser" eingeweiht worden war - als Besonderheit im Bauhaus-Stil. Zuletzt diente das architektonisch interessante Haus in Kleinzschocher als Ausweichquartier fürs Kant-Gymnasium, dessen Gebäude in der Scharnhorststraße saniert worden war. Doch seit gut anderthalb Jahren steht das Gebäude leer. "Eine Reaktivierung als Oberschulstandort ist vorgesehen", sagt Elke Laganowski, die Sprecherin des Amtes für Jugend, Schule und Bildung. Bauarbeiten sollen Anfang 2015 beginnen und bis 2017 dauern.

Vergessen ist das ehemalige Lichtenberg-Gymnasium in der Alten Salzstraße. Was daraus wird, scheint die Verwaltung derzeit selbst nicht zu wissen. "Wir gehen davon aus, dass dieser Standort wieder als Schule genutzt werden muss, wenn sich für Grünau und West eine solch positive Entwicklung der Schülerzahlen zeigt, die das Einrichten zusätzlicher Standorte erforderlich macht", so Laganowski. Eine Entscheidung soll frühestens 2018 fallen. Laut LVZ-Informationen ändert sich bis dahin in Grünau nicht viel - mit Ausnahme überfälliger Teilinvestitionen ins Max-Klinger-Gymnasium sowie laufende Reparaturen an anderen Schulen.

Einen Lichtblick gibt es hingegen für das Gebäude des ehemaligen Richard-Wagner-Gymnasiums in der Karl-Vogel-Straße, das bereits seit Juli 2001 leer steht. Es wird bis 2016 als Domizil für die Sprachheilschule "Käthe Kollwitz" ausgebaut, die derzeit auf zwei Standorte in Anger-Crottendorf und Altlindenau verteilt ist. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Das gilt auch für die beiden Gebäude in der Gorkistraße, die als Gymnasium hergerichtet werden (die LVZ berichtete mehrfach).

Einen Hoffnungsschimmer gibt es für das seit 20 Jahren nicht mehr genutzte Gebäude in der Ihmelstraße, das laut Schulentwicklungsplan künftig als Oberschule gebraucht wird. Mittlerweile hat Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) den Standort als Quartiersschule im Leipziger Osten in sein Arbeitsprogramm bis 2020 aufgenommen. Das heißt: Gymnasium und Oberschule sollen an einem Ort verknüpft werden. Ideen dafür wurden bei einem Bürgerworkshop gesammelt. Ein Baubeginn ist für 2016 vorgesehen, die Nutzung ab 2019 geplant.

Nicht mehr als Schule vorgesehen sind die Gebäude Dieskaustraße/Gießerstraße sowie Lützner Straße/Straße am See, die bereits an private Nutzer verpachtet oder verkauft worden sind. Die ehemalige "58." am Wahrener Opferweg wird mit Unterstützung der Montagstiftung für eine komplette Sanierung vorbereitet und soll ab 2017 die jetzige Paul-Robeson-Grundschule aufnehmen, damit die gleichnamige Oberschule in der Jungmannstraße künftig ausreichend Platz hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.03.2014

Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Dienst der Wissenschaft auf hoher See: Seit dem 6. März haben Susanne Fuchs, Maik Merkel und Hartwig Deneke ihre Arbeitsplätze am Leipziger Tropos-Institut in der Permoserstraße mit denen auf dem Forschungsschiff Polarstern getauscht.

26.03.2014

Als vor drei Jahren Professor Andreas Pinkwart feierlich ins Amt des Rektors an der Handelshochschule Leipzig (HHL) eingeführt wurde, merkte Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) an, die Privat-Uni sei dem Freistaat "lieb und teuer".

25.03.2014

Was Brasilien für Jogis Helden, ist Blankenfelde-Mahlow für die Kicker des Evangelischen Schulzentrums. Die kleine Gemeinde im nördlichen Teil des Landkreises Teltow-Fläming ist vom 26. bis 28. März Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft der Schulen.

19.03.2014
Anzeige