Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Begleitung bis zum Zahnarzt: Leipziger Zahnfeen helfen bei Dentalphobie
Leipzig Bildung Begleitung bis zum Zahnarzt: Leipziger Zahnfeen helfen bei Dentalphobie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:09 16.03.2018
Birgit Müller-Taut und Steffi Meschke vom Verein Zahnfee in Volkmarsdorf beraten Patienten auch zum Thema Zahnersatz. Quelle: Wolfgang Zeyen

Nach Schätzungen leiden in Deutschland 15 Prozent der Bevölkerung unter der Angst vor der Zahnbehandlung.

Eine Phobie mit Folgen. Denn ohne Zahnbehandlung können aus kleinen Löchern schnell ausgefallene Zähne werden. "Manchmal wagen sich die Leute wegen ihrer schlechten Zähne nicht mehr nach draußen und lachen geht sowieso nicht mehr", erzählt Birgit Müller-Taut. "Manche ziehen sich sogar selber die Zähne mit einer Zange, anstatt zum Zahnarzt zu gehen." Müller-Taut sitzt neben ihrer Kollegin Steffi Meschke im Büro ihres Vereins Zahnfee in Volkmarsdorf. Dort betreuen die beiden ehrenamtlich Menschen mit Dentalphobie. Bieten Beratungsgespräche an und gehen sogar mit zum Zahnarzt, teilweise über Jahre hinweg. Halten auch schon mal die Hand der Patienten. "Vielen hilft es, wenn wir mitgehen", sagt Meschke. "Außerdem können wir danach noch mal zusammenfassen und erklären, was der Zahnarzt diagnostiziert hat."

Neben Menschen mit Dentalphobie betreut der Verein auch Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen. Zahlenmäßig sei dies sogar die größere Gruppe der Patienten. "Viele Leute haben Angst wegen der Kosten. Und schlechte Gesundheit hat eben oft auch mit Armut zu tun", so Müller-Taut. Sozialer Abstieg gehe dabei oft Hand in Hand mit einer schlechten Zahngesundheit. Denn wegen schlechter Zähne oder Zahnlücken zeigen sich die Patienten teilweise nicht mehr in der Öffentlichkeit, es drohe soziale Isolation. "Lachen beim Vorstellungsgespräch geht für viele auch nicht mehr", sagt Meschke. Um dem entgegenzuwirken, bietet der Verein Zahnfee auch Infoveranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter an.

In Sachsen ist die Arbeit des Vereins, der sich über Spenden finanziert, nach eigener Aussage einmalig. Die Nachfrage nach solcher Hilfe scheint aber auch über Leipzig und den Freistaat hinauszugehen. Auch aus Halle, Berlin und Hamburg habe es schon Anfragen gegeben. 117 Patienten betreute der Verein im vorigen Jahr. "Die Schwierigkeit ist es eigentlich immer, an die Patienten heranzukommen, denn sie sind ja oft in sozial schwierigen Situationen", sagt Steffi Meschke, die früher als Zahnarzthelferin gearbeitet hat. Ihre Arbeit habe viel mit Vertrauen zu tun, neben der reinen Expertise und Beratungsgesprächen zu Zahnprothesen sei auch immer psychologische Arbeit gefragt. Auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Zahnärzten sei wichtig. Deshalb hat der Verein dort feste Kooperationspartner.

Teilweise betreuen die beiden Zahnfeen Steffi Meschke und Birgit Müller-Taut Patienten über Jahre hinweg. Die Erfahrung zeige aber, dass es auch anders gehe, erzählt Meschke. Oft bräuchten die Leute nur einen gewissen Anschub. Viele schafften es irgendwann alleine. "Wir freuen uns über jeden, der einen am Schluss anlächelt", sagen die beiden Zahnfeen.

www.gutezahnfee.de; 0341 42588943

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.04.2015

Lucas Grothe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Universität Leipzig startet unter prominenter Beteiligung ein neues Programm zur Ausbildung von Übungsleitern aus dem Hochleistungssport. 15 Spitzentrainer und Funktionäre werden in diesem Semester immatrikuliert, darunter auch der ehemalige Skispringer und Olympiasieger Martin Schmitt.

20.04.2015

Die sächsischen Apotheker fordern Klarheit für das noch immer von der Schließung bedrohte Pharmazie-Institut der Universität Leipzig. Die Hochschule sei jetzt in der Pflicht, „sich durch eine eindeutige Strukturentscheidung zum Institut zu bekennen“, erklärte der Präsident der Landesapothekerkammer, Friedemann Schmidt, zum 13. sächsischen Apothekertag am Samstag in Leipzig.

18.04.2015

In Sachsen gibt es so viele Imker und Bienen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Laut Landwirtschaftsministerium wurden 2014 insgesamt 44.379 Bienenvölker im Freistaat gezählt.

18.04.2015
Anzeige