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Beim 4. Leipziger Kurs für plastische Gesichtschirurgie stehen Nasenkorrekturen im Mittelpunkt

Beim 4. Leipziger Kurs für plastische Gesichtschirurgie stehen Nasenkorrekturen im Mittelpunkt

"Nasen sind mein Steckenpferd", sagt Professsor Andreas Dietz, Chef der Uni-HNO-Klinik. Eine Nase aus medizinischen oder Gründen der Schönheit zu richten, sei eine kompliziertere Sache, als gemeinhin vermutet.

Leipzig. Bis zu vier Stunden kann es mit dem Operieren schon mal dauern, und ein gutes halbes Jahr, bis das Ergebnis richtig sichtbar wird. Dietz betreut viele "seiner Nasen" gar zeitlebens weiter, weil sich, wie er meint, mit zunehmenden Alter jene ja auch verändern. All zu viele Spezialisten auf dem Gebiet gebe es bundesweit nicht, so der Professor. Er selbst befasst sich damit seit 20 Jahren.

Da ist Erfahrung zusammengekommen. Am Freitag und am Sonnabend teilt er sie einmal mehr mit bundesweiten Kollegen, die noch relativ neu im Fach sind: Beim 4. Leipziger interdisziplinären Kurs für plastische Gesichtschirurgie, den Dietz mit den beiden Doktoren Christopher Wachsmuth und Andreas Dacho im Uni-Klinikum ausrichtet, unterstützt von Professor Alexander Hemprich und weiteren Kollegen.

"Mit 64 Teilnehmern ist es einer der größten Kurse zum Thema in Deutschland geworden", freut sich Dietz. Freilich gehe es dort neben Nasen auch um andere Gesichtspartien. Um Dinge wie die Straffung von Augenlidern etwa; um mittlerweile nachhaltigere Mittel und ausgefeiltere Methoden bei der Falten-Reduktion; um Laserbehandlung der Haut und Nahttechniken mit optimalen ästhetischem Effekt.

"Wir versuchen, uns dem Thema ästhetische Gesichtschirurgie sehr von der medizinisch-akademischen Seite zu nähern", sagt Dietz und betont, dass vor jeglichem Eingriff am Antlitz allerdings auch das Gespräch mit den Patienten stehen müsse. Er spricht "von der großen Verantwortung des Mediziners" in diesem Bereich. "Abgesehen davon, dass jeder, der aus purem Schönheitsempfinden etwas operieren lassen will, dafür auch selbst bezahlt: Wir müssen zunächst schon checken, wie ist die Selbstwahrnehmung eines Patienten, wie denkt und fühlt er. Mag er sich selbst? Wie ist sein Verhältnis zu Wohlgefallen und Wohlbefinden? Ist er in seinem Umfeld unbeliebt, läuft in seinem Leben was schief, und glaubt er gar, mit einer Nasenkorrektur sei dies alles zu richten? Mitunter ist es dann auch angezeigt, einen Psychologen mit ins Boot holen", sagt Dietz.

Manche, die mit ihrem Riechorgan unzufrieden sind, kämen gleich mit einer fertigen Nasen-Animation via Computerausdruck oder Handy-Foto an - à la: So will ich es haben. Dann, so Dietz mit einem nachsichtigen Lächeln, dauere ein Beratungsgespräch schon mal länger als später der Eingriff selbst. "Es gilt gemeinsam mit dem Betreffenden Dinge wie Hauttyp, das ästhetische Gesamtbild des Gesichts und die spezielle Beschaffenheit seines Nasenskeletts auszuloten." Und dass man Patienten dann am Ende auch mal nicht zu Diensten ist, komme auch vor. "Wir wollen einerseits den Leuten ja gute Medizin bieten, weil sie dafür Geld bezahlen. Immerhin kostet zum Beispiel eine Nasenkorrektur 4000 bis 12 000 Euro. Aber andererseits haben wir die Pflicht zu schauen, ob es sinnvoll ist. Auch darüber wollen wir im Kurs sprechen."

Zugegeben, im Alltag der Leipziger Uni-Klinik habe er es immer noch eher mit Menschen zu tun, die infolge eines Unfalls beziehungsweise einer Funktionsstörung eines Eingriffs im Gesichtsbereich bedürfen. "Aber die Nachfrage nach ästhetischen Korrekturen steigt. Selbst Männer wollen heute mehr denn je ewig jung, dynamisch, schlank und natürlich schön sein!", wie Dietz auch in der Zusammenarbeit mit dem Leipziger Schönheitschirurgen Marvan Nuwayhid in der Lanuwa-Aesthetik-Klinik am Brühl registrierte.

Und weil nun mal Nasen sein Metier sind, weiß er auch noch zu erzählen, dass jene durchaus der Mode unterliegen: In der Antike waren elegante, gerade geratene Exemplare in. In der Hollywoodzeit die Stupsnasentypen mit schwungvoll durchgebogenem Nasenrücken. Aktuell stehe die Menschheit eher auf eine lediglich dezent angehobene Nasenspitze und einen im gefälligen Winkel aus Augenbraunhöhe recht geraden Rücken. Mit gelegentlich von der Natur gesetzten, kleinen Höckern oder einer knolligen Nasenspitze hingegen mochte man sich wohl zu allen Zeiten nicht anfreunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2015

Angelika Raulin

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