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Bergfest im Rektorat der Leipziger Uni - Beate Schücking seit zweieinhalb Jahren im Amt

Bergfest im Rektorat der Leipziger Uni - Beate Schücking seit zweieinhalb Jahren im Amt

Sie ist in der mehr als 600-jährigen Geschichte der Leipziger Uni die erste Frau an ihrer Spitze. Im März 2011 wurde Professorin Beate Schücking zur Rektorin ernannt und hat jetzt die Hälfte ihrer fünfjährigen Amtszeit hinter sich.

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Beate Schücking

Quelle: Christian Wyrembek

Leipzig. Zu lösen waren schwierige Aufgaben wie die Umsetzung der durch den sächsischen Hochschul-Entwicklungsplan verordneten Personalkürzungen.

Schon in ihrer Antrittsrede hatte Schücking skizziert, was ihr wichtig ist. Nach außen: die Internationalisierung der Uni und der Ausbau der Beziehungen zu anderen Hochschulen sowie zur Stadt. Nach innen: die Zahl der Pro- fessorinnen und ausländischen Studenten erhöhen, Berufungsverfahren beschleunigen und beim Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorrücken. Ihr Amtsvorgänger Professor Franz Häuser weiß um die generelle Schwierigkeit des Geschäfts: "Ein Rektor ist für Uni-Angehörige auch eine Art Klagemauer."

Jetzt, zum Bergfest Schückings, lässt sich einiges bilanzieren. Unter den neu berufenen Professoren seien 27 Prozent Frauen gewesen, sagt die 57-Jährige. Der Bundesdurchschnitt liege bei zirka 20 Prozent. Bei den Einschreibungen ausländischer Studenten gab es einen Anstieg um 6,3 Prozent. Was die Zusammenarbeit mit der Stadt betrifft, kann sie auf die 2012 geschlossene Kooperationsvereinbarung verweisen. Ulrich Brieler, Leiter des Referats Wissenspolitik der Stadt, meint dahingehend: "Jede gelungene Zusammenarbeit braucht ihre Zeit."

Unter Schückings Ägide konnte auch das Biodiversitäts-Forschungszentrum, das gemeinsam mit den Unis in Halle und Jena betrieben wird, nach Leipzig geholt werden. Die DFG fördert es mit 33 Millionen Euro. Im Mai 2012 dann ein Rückschlag für Schücking, die auch durch die Verankerung rein weiblicher Personenbezeichnungen in der Uni-Grundordnung in die Schlagzeilen geriet. Bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) kandidierte sie für den Posten der Vizepräsidentin - und scheiterte. Udo Sträter, Rektor der Uni Halle, sieht bei ihr selbst keine Schuld: "Vielmehr ging es um die U 15, die kurz zuvor gegründet worden war. Die Mehrheit der HRK-Mitglieder hatte dafür kein Verständnis." U 15 ist ein Bündnis von 15 Unis, die sich als forschungsstark bezeichnen. Darunter ist auch die Leipziger.

Von Beginn an stellte sich Schücking öffentlich gegen die Kürzungspolitik des Freistaates, nach der bis 2020 acht Prozent der Stellen an Sachsens Hochschulen eingespart werden sollen. "Geändert hat die Landesregierung ihren Sparkurs zwar grundsätzlich nicht", sagt sie heute mit Blick auf die gerade wieder angeheizte Debatte. Immerhin gebe es zumindest ein Überlastprogramm und den Ausbau der Lehrerausbildung, für die sich die Uni stark gemacht habe. An der perspektivischen Abwicklung des Institutes für Pharmazie hält sie fest. "Wir wollen strukturell sinnvoll agieren und nicht mit dem Rasenmäher kürzen", betont Schücking. Bei der Ethnologie strebe sie beispielsweise eine Zusammenarbeit mit der Uni Halle und dem dortigen Max-Planck-Institut für Ethnologie an.

Das ominöse "Hinterzimmer" ist in Gesprächen über die Rektorin immer wieder ein Thema. Auch für den Studentenrat (Stura): "Die Rektorin baut sehr darauf, dass wir darauf vertrauen, dass sie im Hinterzimmer für die Belange der Uni kämpft, aber was sie dort tatsächlich macht, bleibt unklar", meint Stura-Mitglied Simon Feldkamp. Einerseits wird das kritisiert, andererseits klingt es bei Feldkamp auch so, als habe Schückings diplomatisches Gespür auch Vorteile. Ein Problem ließ sich freilich nicht im stillen Kämmerlein lösen - die Kanzlerfrage. Seit dem Ende der Amtszeit von Frank Nolden hat Personaldezernent Fritz König übergangsweise den Posten inne. Zwei Auswahlrunden für einen neuen Kanzler gab es in der Vergangenheit schon, der letzte Kandidat scheiterte am Hochschulrat, dem Monika Harms vorsteht. "Es hat Gespräche gegeben, in deren Ergebnis wir einen Modus gefunden haben, wie der Hochschulrat auch konstruktiv an der Suche nach dem neuen Kanzler mitwirken wird", so Schücking.

Aber das ist nicht die einzige Baustelle. Bald geht es um die nächste Sparrunde beim Personal, das Forschungsprofil der Uni soll neu justiert und der Wissenschaftsraum Leipzig ausgestaltet werden. Zuschuss- und Zielvereinbarungen mit dem Freistaat sind auszuhandeln. Und da sind auch noch das Kanzel-Problem beim Paulinum sowie der bisher unerfüllte Wunsch des jüngst verstorbenen Schriftstellers und Leipziger Ehrenbürgers Erich Loest. Es war sein letzter Wille, dass eine große Version des Bildes "Aufrecht stehen" angefertigt und auf dem Campus am Augustusplatz gezeigt wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.10.2013

Uni-Campusredaktion / Mario Beck

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