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Besetztes Uni-Rektorat in Leipzig: Studenten beraten über weiteren Protest

Besetztes Uni-Rektorat in Leipzig: Studenten beraten über weiteren Protest

Matratze und Schlafsäcke liegen immer noch auf dem Boden des Raums: Seit einer Woche hält eine Gruppe von Theaterwissenschaftsstudenten ein Zimmer in der ersten Etage des Universitäts-Rektorats besetzt.

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Verborgen unter Ski-Masken: Die Protestierer im Rektorat der Leipziger Universität.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Sie protestieren gegen die geplante Schließung ihres Instituts und gegen die insgesamt vorgesehenen Kürzungen an der Hochschule. Nach einer Woche Besetzung geben sie nicht auf und organisieren den Protest weiter.

Am späten Montagnachmittag wirkte die Situation entspannt. Auf einem Sofa lernten einige Studenten fleißig für ihre Prüfungen. Ein paar andere saßen auf dem Balkon und genossen ein bisschen frische Luft an diesem warmen Tag. Mehrere der Besetzer schlafen jede Nacht vor Ort und gehen nur zum Duschen nach Hause. Die Studenten wechseln sich ab. „Es gibt manche von uns, die hier unheimlich gern schlafen, weil das hier besser als zu Hause geht“, erzählt Aktivistin Paulina*.

Im Durchschnitt gebe es immer rund acht Leute im Raum. Viele Kommilitonen kommen auch, um die Besetzer zu unterstützen. „Oft kochen sie etwas Warmes und bringen es uns als Mittagsessen vorbei“, erläutert der 24-jährige Tom*. Professoren und Dozenten seien auch oft dabei. Darüber freut sich Jörg: „Sie kommen regelmäßig und gucken, wie es uns geht. Sie bringen uns auch oft Kaffee“, sagt der 25-Jährige. Der Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät der TU Dresden hat sich ebenfalls mit den Besetzern solidarisiert.

Fast jeden Tag gibt es Veranstaltungen im Rektorat. Am Sonntag kam Yoga-Lehrerin Laura Cornelius zu den Besetzern. Um ihre Unterstützung zu zeigen, bot sie den Studenten eine Yoga-Stunde an. „Das war sehr schön und auch gut ein bisschen Bewegung zu bekommen, weil wir hier viel sitzen“, sagt Paulina. Am Montagabend fand eine Lesung der freien Theater- und Performancegruppe "friendly fire" aus Leipzig statt.

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Leipzig. Matratze und Schlafsäcke liegen immer noch auf dem Boden des Raums: Seit einer Woche hält eine Gruppe von Theaterwissenschaftsstudenten ein Zimmer in der ersten Etage des Universitäts-Rektorats besetzt. Sie protestieren gegen die geplante Schließung ihres Instituts und gegen die insgesamt vorgesehenen Kürzungen an der Hochschule.

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Die 23-jährige Paulina erzählt auch von Seminaren im besetzten Zimmer, unter anderem zum Thema „(Un-)mögliche Wiederholung. Rekonstruktion und Re-enactment“ und über die „Szenen des Alterns“.

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Im Treppenhaus des Uni-Rektorats haben die Besetzer eine unterzeichnete Petition ausgelegt.

Quelle: Dirk Knofe

In der Zwischenzeit bereiten die Studenten ihre Aktionen vor und verbreiten ihr Anliegen. „Wir haben mehrere Politikerbüros in Leipzig besucht, zum Beispiel von den Grünen und von der SPD“, erklärt Paulina. Am Donnerstagmorgen übergaben sie eine Online-Petition der Theaterwissenschaft mit über 16.000 Unterschriften an Rektorin Beate Schücking. Am 13. August soll die Petition dann auch dem Landtag in Dresden und Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) überbracht werden. Ein Band mit den Kommentaren der Leute aus aller Welt, die die Petition untergeschrieben haben, liegt nun auf der Treppe des Rektorats, die zum besetzten Raum führen.

Wie es mit der Besetzung weiter gehen soll, ist noch unklar. Dafür warten die Studenten auf Ergebnisse der Gespräche, die am Montag mit dem Uni-Prorektor Thomas Lenk und am Dienstag mit Uni-Prorektor Thomas Hofsäss geführt werden sollten. „Am Ende der Woche werden wir uns dann erneut zusammensetzen und überlegen, was wir machen werden“, so Paulina.

Die Petition im Netz: www.change.org

*Name geändert

Adeline Bruzat

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