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Bildung Besetzung des Rektorats an der Uni Leipzig: „Der Protest geht weiter und verschärft sich“
Leipzig Bildung Besetzung des Rektorats an der Uni Leipzig: „Der Protest geht weiter und verschärft sich“
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16:27 14.07.2014
Rektorin Beate Schücking sprach am Montag mit den Besetzern des Uni-Rektorats. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Seit dem Montagmorgen haben sie einen Raum in der ersten Etage des Rektorats eingenommen, um gegen die geplante Schließung ihres Instituts zu protestieren. Sie fordern mehr Kommunikation mit dem Rektorat.

Der Konflikt um die Theaterwissenschaft schwelt seit Anfang des Jahres. Die Hochschule will das Institut schließen, um Sparvorgaben des Landes zu erfüllen. Und das erregt die Gemüter der Studenten, die ihr Institut retten wollen. „Das Rektorat muss die Stellenstreichungen zurücknehmen, die das Institut für Theaterwissenschaft Leipzig in seiner Existenz gefährden“, forderte Ina Lutz, Mitorganisatorin der Besetzung.

Am ersten Tag der Besetzung haben die Studenten über ihre Forderungen eine Stunde lang mit Uni-Rektorin Beate Schücking lebhaft gesprochen. Etwa 50 Studenten anderer Fachrichtungen waren auch anwesend. Die Protestierenden fordern von der Rektorin mehr Transparenz, langfristige Stellen und die Erhaltung der Fächervielfalt an der Uni Leipzig. „Unsere Universität lebt von freier Meinungsäußerung und Dialog. Diese Besetzung ist eine Form davon. Ich nehme sie als kreative, friedfertige Protestform wahr, und als solche nehme ich sie ernst und toleriere sie“, teilte die Rektorin am Montag mit.

Das Rektorat wird die Studierenden im Gebäude bleiben lassen und ihre Transparente nicht entfernen, „solange alles weiter in geordneten Bahnen verläuft“. Beate Schücking wird weiter im Dialog mit den Studierenden bleiben. Aber sie betonte, dass das Rektorat die Rahmenbedingungen nicht ändern kann. „Wir müssen Stellen abbauen, wir wollen das nicht mit dem Rasenmäher tun und wir haben dabei keine großen Entscheidungsspielräume“, erklärte Schücking.

Weil ihren Forderungen nicht stattgegeben wurde, wollen die Stundenten das Rektorat weiter besetzen und werden sogar die Nacht vor Ort verbringen. „Wir lassen nicht nach. Der Protest geht weiter und wird sich verschärfen“, betonte Ina Lutz. Am Nachmittag fand im besetzen Raum aus Solidarität sogar ein Seminar von der Dozentin für Tanzwissenschaft und Tanzgeschichte Janine Schulze statt.

Politische Reaktionen auf die Besetzung gab es auch schon. „Der von Studierenden geforderte Dialog ist sowohl inneruniversitär als auch öffentlich erforderlich um Perspektiven für eine zukunftsfeste, vielfältige Wissenschaftslandschaft zu schaffen“, teile Holger Mann, Mitglied des Sächsischen Landtages, am Montag mit. „Durch die Neuregelung der BAföG-Finanzierung zwischen Bund und Ländern sind mindestens 65 Millionen Euro frei geworden, die in den Hochschulbereich reinvestiert werden müssen, um die Stellenkürzungen zurück zu nehmen“.

Adeline Bruzat

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Studenten der Theaterwissenschaft haben am Montagmorgen das Rektorat der Universität Leipzig besetzt. Damit wollen die zehn Studenten gegen die geplante Schließung ihres Instituts protestieren und Rektorin Beate Schücking zu einem Dialog auffordern, wie Mit-Organisatorin Ina Lutz erklärte.

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