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Bewerber-Ansturm auf sächsische Hochschulen – Zahl der Studienplätze bleibt stabil

Bewerber-Ansturm auf sächsische Hochschulen – Zahl der Studienplätze bleibt stabil

Sachsens Hochschulen werden immer beliebter. Während Bildungseinrichtungen in Leipzig einen regelrechten Ansturm erleben, können andere Städte im Freistaat zumindest einen kleinen Anstieg der Bewerberzahlen vermelden.

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Immer mehr Schulabgänger bewerben sich an einer sächsischen Hochschule.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Zwar sind die Fristen für Studieninteressierte vielerorts noch nicht abgelaufen, aber schon jetzt verzeichnet beispielsweise die Universität Leipzig 29.000 Bewerber für alle Studiengänge – 1300 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Ähnliches Bild bei der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in der Messestadt: Die bislang 13.100 eingegangenen Anträge bedeuten einen Zuwachs um 1630.

Auch Leipzigs kleinere Hochschulen weisen eine ähnliche Tendenz auf. So interessieren sich jedes Jahr 150 Nachwuchskünstler mehr für ein Studium an der Hochschule für Musik und Theater (HMT), sodass für das Wintersemester 2012/13 mit 3500 Bewerbern ein Rekord erreicht wurde. Die HHL Leipzig Graduate School of Management beobachtet ebenfalls einen stärkeren Zulauf. Den Angaben zufolge hat sich allein die Zahl der Interessenten für die Teilzeitprogramme verdoppelt. Konkrete Zahlen wollte die HHL jedoch nicht nennen. An die  Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) wurden 774 Anträge auf Zulassung gestellt, was dem Niveau des Vorjahres (787) entspricht.

Anstieg der Bewerberzahlen auch in anderen sächsischen Städten

Neben den Bildungseinrichtungen in der Messestadt erfreuen sich auch andere sächsische Hochschulen wachsender Beliebtheit. So verbucht die Technische Universität (TU) Dresden einen leichten Zuwachs. Aktuell haben sich dort rund 40.000 junge Menschen für ein Studium beworben, etwa 500 mehr als im vergangenen Jahr. Die TU rechnet damit, dass im Laufe des Sommers noch rund 5000 weitere Bewerbungen eingehen.

Für die TU Chemnitz liegen noch keine Zahlen vor, doch registriert die Hochschule seit Jahren einen leichten Anstieg der Interessentenzahlen. „Der befürchtete Einbruch ist ausgeblieben“, sagte TU-Sprecherin Katharina Thehos im Hinblick auf den demografischen Wandel. Sie gehe davon aus, dass sich zum kommenden Wintersemester wieder mehr als 10.000 junge Menschen um einen Platz in Chemnitz bewerben werden. 2011 waren es etwa 10.850.  

Während sich in Sachsen die Antragsunterlagen stapeln, werden beispielsweise die Schreibtische im thüringischen Jena entlastet. Ein Studium in den zulassungsbeschränkten Fächern der dortigen Universität wollen rund zehn Prozent weniger Abiturienten angehen als im vergangenen Jahr. 12.600 Bewerbungen sind aktuell eingegangen. Einen Grund für den Rückgang sieht Pressesprecher Axel Borcherdt unter anderem darin, dass 2011 wegen des doppelten Abiturjahrganges deutlich mehr junge Menschen aus Bayern zum Studieren gen Norden gezogen waren.

Interesse an Sachsen wächst  – Kapazitäten bleiben konstant

In Sachsen sehen die Hochschulen auch in diesem Jahr noch doppelte Abschlussjahrgänge an den Gymnasien einiger Bundesländer als einen Grund für das gestiegene Interesse an einem Studium im Freistaat. Katharina Thehos von der TU Chemnitz macht zudem ein besseres Image des Bundeslandes dafür verantwortlich: „Verschiedene Kampagnen haben Sachsen als Studienland attraktiver gemacht.“ Gleichzeitig spiele für einige Bewerber eine Rolle, dass in Sachsen keine Studiengebühren erhoben würden, ergänzt ihr Kollege Ronny Arnold von der Leipziger Universität.

Entscheidend für die Wahl des Studienortes sei außerdem die Stadt, erklärt Michael Hösel, Pressesprecher der Hochschule Mittweida: „Kleinere Standorte haben da größere Probleme als zum Beispiel Leipzig oder Dresden. Deshalb müssen wir innovative Angebote machen, die es sonst nirgends gibt.“ Seine Hochschule verzeichnet mit derzeit 2650 etwa zehn Prozent mehr Studieninteressierte als vor Jahresfrist.

Auch wenn im Freistaat die Bewerberzahlen auf breiter Front ansteigen, planen die Hochschulen keine Ausweitung ihrer Kapazitäten. So können an der HTWK Leipzig von den bislang 13.100 Bewerben nur rund 1500 junge Menschen im Oktober ihr Studium aufnehmen – etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Die Universität bietet insgesamt 5900 Plätze an. Masterstudiengänge sind darin noch nicht eingerechnet. Zum Wintersemester 2011/12 waren insgesamt 7126 Studenten eingeschrieben. Insgesamt werden an den Hochschulen in Leipzig und anderen sächsischen Städten wie im vergangenen Jahr zwischen zehn und 25 Prozent der Bewerber berücksichtigt.

Zentrumsnah und Single-Wohnung: Ansprüche der Studenten an Unterkunft steigen

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Das Studentenwohnheim in der Seeburgstraße in Leipzig

Quelle: Andreas Döring

Die gestiegenen Bewerberzahlen haben in Leipzig bislang kaum Auswirkungen auf die Wohnsituation. „Die Nachfrage steigt zwar leicht, aber gleichzeitig springen mehr Interessenten später wieder ab, beispielsweise weil sie eine Zusage für ein Studium in einer anderen Stadt erhalten haben“, erklärte Kai Erik Hörig, Abteilungsleiter des Wohnservices beim Leipziger Studentenwerk. Deshalb, und weil die künftigen Mieter immer häufiger und konkretere Anfragen zur Ausstattung der Wohnheime stellten, erhöhe sich auch der organisatorische Aufwand.

„Wir stellen fest, dass die Ansprüche der Studierenden gestiegen sind“, sagte Hörig. Gefragt seien zunehmend innenstadtnahe Unterkünfte und Single-Wohnungen. „Deshalb schaffen wir kleinere Objekte im Zentrum, wie die kürzlich eröffneten Appartements in der Seeburgstraße. Aber grundsätzlich sehen wir keinen Bedarf, die Zahl der Wohnheime drastisch zu erhöhen.“ Das Studentenwerk stellt nach eigenen Angaben etwa 5150 Wohnheimplätze zur Verfügung. Im Jahresdurchschnitt liegt die Auslastung bei 96 Prozent. Zum Beginn des Wintersemesters gebe es Wartelisten, die aber bis zum November abgearbeitet seien, so Hörig.

Michael Frömmert

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