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Bildungesempfehlung für Viertklässler - Experte: "Eltern sollten Kinder positiv begleiten"

Bildungesempfehlung für Viertklässler - Experte: "Eltern sollten Kinder positiv begleiten"

Viertklässler erhalten am 27. Februar eine Bildungsempfehlung. Die stellt die Weichen, ob das Kind künftig ein Gymnasium oder eine Oberschule besucht. Die LVZ sprach darüber mit Ralf Berger, dem Leiter der Bildungsagentur Leipzig im Interview.

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Ralf Berger leitet die Regionalstelle Leipzig der sächsischen Bildungsagentur.

Leipzig. LVZ: Worauf sollten Eltern achten, wenn Sie die künftige Schule für Ihre Sprösslinge auswählen?

Ralf Berger:

Entscheidend sind die besonderen Interessen und Neigungen des Kindes. Da gibt es ja Schulen mit besonderen Angeboten für Sprachen, für Sport, Naturwissenschaften oder Musik und Kunst. Das sollte ein Kriterium sein. Keins hingegen, wo die Freunde aus der Grundschule hin möchten. Für alle beginnt in der fünften Klasse ein neues Kapitel in der Bildungsbiographie. Sich im neuen Umfeld zu orientieren, ist für Kinder kein großes Problem. Das weiß ich aus Erfahrung, auch als Schulleiter. Es gibt sicherlich Situationen, bei denen es mit dem Erstwunsch nicht klappt. Die Eltern sollten ihre Kinder vor allem positiv begleiten und ermutigen. Die Entfernung hingegen sollte primär keine Rolle spielen.

Für einige Eltern ist es aber unvorstellbar, dass ihre Kinder mit Bus und Bahn durch die halbe Stadt fahren müssen. Einige haben im Vorjahr ja auch gegen die Zuweisung geklagt. Wie schätzen Sie die Situation in Leipzig ein?

Leipzig hat ein gut funktionierendes Nahverkehrssystem. Es ist Fünftklässlern zumutbar, Straßenbahn und Bus zu benutzen. Das machen sie ja auch nachmittags, fahren zu Sportvereinen, zur Musikschule oder besuchen ihre Freunde. Natürlich müssen Fahrtwege zumutbar sein, da ist aber nicht die Luftlinie, sondern die benötigte Zeit entscheidend. In Leipzig sind auch zehn Haltestellen mit der Straßenbahn kein Problem. Die Kinder sind immer noch schneller in der Schule als ihre Altersgefährten im kleinen Dorf, die oft zwei Kilometer zur Bushaltestelle laufen und dann in die Kreisstadt fahren müssen. Auch wenn das in einer Großstadt niemand gern hören will. Entscheidend ist aber, den Kindern zu helfen, sie positiv auf den neuen Lebensabschnitt einzustimmen - anstatt am Abendbrottisch zu schimpfen. Von 3500 Bildungsempfehlungen für Oberschule und Gymnasium hatten wir im Vorjahr knapp 100 Fälle, in denen der Erst- bis Drittwunsch nicht erfüllt werden konnte. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass wir auch in diesem Jahr Schüler lenken müssen. Eine Garantie für die Wunschschule gibt es nicht.

Nun sind einige Schulen sehr beliebt. Andere werden - oft auch aufgrund Ihrer Lage - weniger bevorzugt. Ist es da nicht Zufall, ob ich mein Wunschprofil bekomme?

Von Zufall spreche ich nicht. Wie beliebt eine Schule ist, dies ist doch relativ. Ein Beispiel: Das Klinger-Gymnasium in Grünau wird bei vielen als Platte wahrgenommen, die fast auseinanderfällt. Mag sein, dass es dort einen großen Sanierungsbedarf gibt. Die Lehrer machen aber einen Superjob, seit Jahren gibt es dort sehr gute Abschlüsse. Woraus resultiert also Beliebtheit? Deshalb sollten Eltern nach den Angeboten, etwa in der Sprache schauen, und danach den Erst- bis Drittwunsch festlegen. Da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es an einer Schule klappt.

Warum sind Zweit- und Drittwünsche wichtig?

Wenn eine Schule 84 Schüler aufnehmen kann, dann wählen wir zunächst die Erstwünsche aus. Wenn jemand nicht zum Zuge kommt, dann wird geschaut, ob an der zweit- oder drittgenannten Schule noch Platz ist. Um alle Kinder unterzubringen, muss ich sämtliche räumlichen Kapazitäten nutzen und die Klassen am Richtwert 25 Schüler orientieren. Es wird aber viele Klassen mit 28 Schülern geben. Das ist die Obergrenze laut Schulgesetz. In jenen Klassen, in denen es derzeit mehr sind, ist das eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. Das hat festgelegt, einen 29. oder 30. Schüler zuzulassen.

Oberschulen haben Neigungs- und Vertiefungskurse, die auf die Berufsorientierung hinwirken. Gibt es da überhaupt große Unterschiede?

Alle Oberschulen haben die Berufsorientierung ab Klasse 5 auf der Agenda und arbeiten bei verschiedenen Projekten mit den Kammern zusammen. Kurse sind da eine Ergänzung. Da fügen sich viele Bausteine zusammen.

Wer sollte sich für eine freie Schule entscheiden?

Da kann ich keine Empfehlung abgeben. Eltern haben die freie Schulwahl. Ich finde es sehr gut, dass sich staatliche und freie Angebote ergänzen. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.02.2015

Mathias Orbeck

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