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Bildung Bildungsreport Leipzig 2016: Weniger Schüler ohne Abschluss
Leipzig Bildung Bildungsreport Leipzig 2016: Weniger Schüler ohne Abschluss
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16:56 19.04.2017
Lernen fürs Leben – der Bildungsreport 2016 der Stadt bietet ein detaillierter Bilder der Leipziger Bildungslandschaft. (Symbolbild)  Quelle: dpa
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Leipzig

Die Zahl der Leipziger Schüler, die eine Schule verlassen, ohne wenigstens den Hauptschulabschluss zu erreichen, hat sich ein wenig verringert. Es sind im Jahr 2015 insgesamt 3284 junge Menschen (11,4 Prozent). 2013 waren es noch 15,3 Prozent aller Schüler. „Das ist erfreulich, aber nur ein leichter Rückgang“, sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD), der den neuen Bildungsreport Leipzig 2016 vorlegte.

Der Bericht – der seit 2010 zum vierten Mal verfasst wird – zeigt ein detailliertes Bild der vielfältigen Leipziger Bildungslandschaft. Neben den Förderschulen konzentriert sich das Thema auf Abgänger von Oberschulen in kommunaler Trägerschaft. Hier verließ immer noch mehr als jeder zehnte Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss.

„Was ich für auffällig halte: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Einkommensarmut und den Bildungschancen“, so Fabian. Jene Bildungsschere sei zwar kein Leipziger Phänomen, sondern deutschlandweit zu beobachten. Aber eben auch hier. In den Stadtteilen, in denen besonders viele Menschen von Hartz IV und Sozialleistungen leben, würden Kinder fast doppelt so häufig nicht regulär eingeschult. „Es gibt einen höheren Anteil an Lernförderschülern, die zurückgestellt worden sind“, nennt der Bürgermeister ein Beispiel. Weiterhin verließen dort fast drei Mal so häufig junge Menschen eine Oberschule ohne einen qualifizierten Schulabschluss als in den Ortsteilen mit geringen Quoten. Die Anteile von Grundschülern mit Migrationshintergrund und der Anteil an Klassenwiederholungen lag ebenfalls drei Mal so hoch. Deutlich wird dies auch an den Bildungsempfehlungen für Gymnasien, die deutlich geringer ist als in anderen Vierteln. Weitere Ergebnisse aus dem Bildungsreport:

Knapp 52 Prozent aller Schüler erhielten im Schuljahr 2015/2016 eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium, rund 48 Prozent für die Oberschule.

Die Schülerschaft wird in ihrer Zusammensetzung vielfältiger und internationaler. Fast 16 Prozent der Leipziger Schüler haben inzwischen einen Migrationshintergrund, mit rund 7200 sind es mehr als doppelt so viele wie 2008. Tendenz steigend!

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf stellen seit Jahren etwa zehn Prozent der gesamten Schülerschaft. Damit liegt Leipzig klar über dem Landesdurchschnitt. Mittlerweile werden fast 40 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ unterrichtet. Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede nach Förderschwerpunkten und Schularten.

Erfreulich ist hingegen: Nach Abschluss der allgemeinbildenden Schule haben lediglich 70 Bewerber 2015/2016 keinen Ausbildungsplatz bekommen; in den vergangenen Jahren waren es jeweils immer über 200. Allerdings: In den letzten Jahren zeichneten sich zunehmende Dissonanzen zwischen den Berufsvorstellungen der Bewerber und dem vorhandenen Ausbildungsplatzangebot ab.

Wie kann die Stadt gegensteuern, um schwächere Schüler zu fördern? „Wir versuchen gegenzusteuern, in dem wir schon in Kitas Angebote unterbreiten“, sagt Fabian. Dazu gehöre der Ausbau von Kinder- und Familienzentren, aber auch die Teilnahme an diversen Landes- und Bundesprogrammen, die der Sprachförderung dienen. Gefördert werden zudem Ganztagsangebote an Grundschulen, die auch mit Sozialarbeitern ausgestattet werden sollen.

Von Mathias Orbeck

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