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Buch des Schmuckes: Ältestes Textzeugnis schiitischer Ismailiten an der Leipziger Uni

Islamische Handschrift datiert Buch des Schmuckes: Ältestes Textzeugnis schiitischer Ismailiten an der Leipziger Uni

Das an Leipzigs Uni-Bibliothek (UBL) in Fragmenten verwahrte Buch des Schmuckes hat jetzt ein weiteres Geheimnis preisgeben müssen. Untersuchungen zeigten, dass ein Teil dieser islamischen Sammelhandschrift das weltweit älteste Textzeugnis der schiitischen Ismailiten ist.

Cornelius Berthold mit dem Buch des Schmuckes in der Leipziger Uni-Bibliothek, das sich als ältestes erhaltenes Textzeugnis der schiitischen Ismailiten entpuppte: Geschrieben vor 1000 Jahren.

Quelle: André Kempner

LEIPZIG.

Kurz gesagt, wird dabei per Massespektrometer der Gehalt an bestimmten Isotopen ermittelt und so auf die Entstehungszeit des Objektes geschlossen. Im betreffenden Fall waren dafür nur zehn Milligramm Papier des Werkes nötig, anhand derer Experten des Curt-Engelhorn-Zentrums für Archäometrie in Mannheim die Datierung vornahmen. Verfasst ist die Religionsenzyklopädie in arabisch, geworben wird darin unterschwellig für den Glauben der Ismailiten, die sich damals gegen das Kalifat von Bagdad auflehnten.

„Vordergründig wirkt der Text zunächst unparteiisch, aber genauer besehen, ist er doch tendenziös“, erklärte am Dienstag Cornelius Berthold vom Orientalischen Institut der Uni. Projektleiterin Professorin Verena Klemm verwies auf schon damals herrschende Machtkämpfe zwischen Schiiten und Sunniten. „Wir haben hier auf tausendjährigem Papier gewissermaßen ein kleines Spiegelbild der Konflikte.“ Die Urfassung vom Buch des Schmuckes (arabisch Kitab az-Zina) war im frühen 10. Jahrhundert in der Gelehrtenstadt Rey auf dem Gebiet des heutigen Iran von einem ismailitischen Missionar namens Abu Hatim ar-Razi geschrieben und dann zur Verbreitung kopiert worden. Jene Fragmente, die im Besitz der UBL sind, überstanden den Mongolensturm im 13. Jahrhundert, gelangten später auf verschlungenen Wegen in den Jemen und 1995 durch einen Ankauf nach Leipzig. Erworben wurden sie von einem Buchhändler und dann in den Fundus islamischer Handschriften in der Bibliotheca Albertina eingegliedert.

Mit rund 1900 Werken habe sie den fünfgrößten Bestand in Deutschland in diesem Bereich und sei Vorreiter bei der Digitalisierung dieser Werke, um sie in einer Online-Datenbank der Fachwelt und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, betonte UBL-Direktor Professor Ulrich Johannes Schneider bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse zum Buch des Schmuckes. Nur eine islamische Handschrift an der Uni-Bibliothek ist älter als dieses und stammt aus dem 9. Jahrhundert. .

Von Mario Beck

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