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Bildung Chaos mit System: Feilschen und Studieren in Indien will gelernt sein
Leipzig Bildung Chaos mit System: Feilschen und Studieren in Indien will gelernt sein
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20:28 03.12.2009
Zum Greifen nah: HHL-Student Martin Wilhelm (24) während seines Auslandssemesters am Taj Mahal in Indien Quelle: Martin Wilhelm
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Drei Monate lebte der angehende Diplom-Betriebswirt in Gurgaon bei Neu-Delhi und tauchte in eine vollkommen neue Kultur ein. „Indien ist im Vergleich zu Deutschland so unterschiedlich wie Feuer und Wasser“, resümiert der Student der Leipziger Handelshochschule, die jedes Jahr rund 80 Studenten an ausländische Partneruniversitäten entsendet und im Gegenzug 80 internationale Studenten auf ihrem Campus begrüßt.

Während des Auslandssemester lebte der 24-Jährige auf dem Campus und teilte sich das Zimmer mit einem italienischen Austauschstudenten. „Neben dem Umgang mit den indischen Studenten während der Unterrichtsstunden hat auch das Zusammenleben mit den Kommilitonen einiges zu dem Kennenlernen der fremden Kultur beigetragen“, schmunzelt Wilhelm, der bereits die USA, sowie das europäische Ausland im Rahmen seiner Praktika kennengelernt hat.

Am Management Development Institute Gurgaon, wo unter anderem auch die Bereiche Finanzen, Marketing, Strategie und Unternehmungsführung unterrichtet werden,   interessierte Martin Wilhelm besonders der Kurs „Gesprächsführung  und gemeinsames Verhandeln“. „Nach Abschluss des Kurses gelang es mir die Taxifahrer in Delhi zu überzeugen, mich zum selben Preis von A nach B zu bringen, den auch die Einheimischen zahlen“, erzählt er.

Während sich der Student auf viele der ungewohnten kulturellen Gegebenheiten schnell einstellen konnte, brachten ihn andere Dinge zum Grübeln: „Natürlich gibt es auch Schattenseiten. Bettelnde Kinder, verwahrloste Häuser oder gar das Leben direkt am Straßenrand zusammen mit Kühen und Straßenhunden sind dabei nur zu offensichtlich.“

Auch der Preisunterschied zwischen Indien und Deutschland sei enorm. „Das indische Durchschnittseinkommen liegt bei 585 Euro jährlich. Eine komplette Tagesverpflegung kostet gerade mal einen Euro. Da fragt man sich schon, warum man in Deutschland bereit ist, ohne mit der Wimper zu zucken, das 20-Fache zu bezahlen“, erzählt der Student.

Diese großen und kleinen Geschichten nimmt Martin Wilhelm mit zurück nach Leipzig und weiß eines ganz sicher: „Alles in allem war Indien eine unheimlich herausfordernde Erfahrung für mich. Sei es nun auf akademischem oder kulturellem Boden, ich musste mich stark an die total veränderten Umstände anpassen. Mein erweiterter Horizont wird mir sicher helfen, zukünftig noch offener auf fremde Kulturen zuzugehen. Nur mit einer unvoreingenommener Sicht auf andere Kulturen lassen sich die spannendsten Dinge erkunden und erlernen. Diese Erfahrung wird mir ein Leben lang bleiben und mir sicherlich eine gute Hilfe bei meiner späteren Jobsuche sein.“

Anne Ulbricht

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