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Das ändert sich durch die neuen Studiengebühren an der Uni Leipzig

Bis zu 500 Euro pro Semester Das ändert sich durch die neuen Studiengebühren an der Uni Leipzig

Pro Semester 500 Euro für Langzeitstudenten, 350 Euro im Zweitstudium: Mit Beginn des Wintersemesters führt die Uni Leipzig schrittweise neue Studiengebühren ein. Beim Stura stößt das auf Kritik. Doch es gibt Ausnahmen. LVZ.de erklärt, wer wann zahlen muss.

Campus der Uni Leipzig: Langzeit- und Zweitstudenten werden künftig zur Kasse gebeten.
 

Quelle: Kempner

Leipzig.  Die Ankündigung der Uni Leipzig, ab dem kommenden Wintersemester neue Studiengebühren einzuführen, ist beim Studentenrat (Stura) auf Kritik gestoßen. Durch die Gebühren werde ein „Sanktionsinstrument“ geschaffen, sagte Paul Georgi, Referent für Hochschulpolitik beim Stura, am Montag gegenüber LVZ.de. „Die Gebühren sind nicht dafür geeignet, gute Lehre und Forschung zu finanzieren, sondern bauen lediglich Druck auf, sein Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren“, meint Georgi. Studenten auf dem Campus sind dazu unterschiedlicher Meinung, wie unsere Umfrage zeigt:

An der Uni Leipzig sollen ab kommendem Jahr bis zu 500 Euro von Langzeit-Studenten erhoben werden. Studierende im Zweitstudium sollen 350 Euro zahlen. Was sagen die Betroffenen dazu? (Bilder: Dirk Knofe)

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Zweitstudiengebühr kommt erst 2018

500 Euro pro Semester müssen Langzeitstudenten ab Oktober zahlen, wenn sie ihre Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschreiten. Für ein Zweitstudium werden pro Semester künftig 350 Euro fällig – allerdings erst für Neuimmatrikulationen ab dem Sommersemester 2018, erklärte Uni-Sprecherin Katarina Werneburg am Montag auf Nachfrage von LVZ.de. In der Bekanntmachung am Freitag war davon noch keine Rede. Hier hieß es lediglich, die neue Gebühren- und Entgeltordnung trete zum Wintersemester – also in rund drei Wochen – in Kraft. Die Rückmeldefrist dafür endete jedoch bereits im August, daher war bei Studenten Unsicherheit aufgekommen.

Die Erhebung der Zweitstudiengebühr gelte nicht für jeden, stellte die Uni noch einmal klar. „Die Gesamtdauer des Studiums muss die Regelstudienzeit um sechs Semester überschreiten“, so Werneburg. Der Stura lobt diese Regelung und spricht von einer „Gutschrift“ für die Studierenden. Wer beispielsweise gerade erst ein Zweitstudium begonnen habe und für sein erstes Studium ein Semester länger gebraucht habe, für den werden die Gebühren erst nach dem fünften Semester fällig. Dennoch seien die neuen Regelungen ein erster Schritt hin zu „allgemeinen Studiengebühren“, fürchtet der Stura, der diese vehement ablehnt.

Wer sich vor 2014 einschrieb, muss nicht zahlen

Für die neue Langzeitgebühr gibt es zahlreiche Ausnahmen. Sie greife nur für solche Kommilitonen, welche sich seit 2014 eingeschrieben haben – seitdem ist in Sachsen das sogenannte Hochschulfreiheitsgesetz in Kraft, das noch von der schwarz-gelben Landesregierung verabschiedet wurde. Auf dieser Grundlage hatte sich die Uni-Leitung gezwungen gesehen, die Gebühren einzuführen, obwohl sie vom Senat grundsätzlich abgelehnt wurden. Das Gesetz verpflichtet alle Universitäten allerdings dazu, Langzeitstudenten zur Kasse zu bitten.

Blick in einen Uni-Hörsaal

Blick in einen Uni-Hörsaal: Wer vier Semester über der Regelstudienzeit liegt, muss künftig zahlen.

Quelle: dpa-

Nach jetzigem Stand betreffen die neuen Gebühren Studierende im „niedrigen zweistelligen Bereich“, teilte die Uni mit. Der Studentenrat geht aber davon aus, dass die Zahlen der Betroffenen in den nächsten Semestern deutlich steigen werden, da für viele Studierende die Regelungen aktuell noch nicht greifen. Die Uni hatte nach Stura-Angaben bereits im Sommersemester 2017 mit der Eintreibung der ersten Gebühren begonnen und entsprechende Bescheide verschickt. Dies betraf allerdings nur etwa zehn Studenten.

Hohe Kosten: Erste Studenten müssen Uni verlassen

Für einen Großteil der Studierenden seien mehrere hundert Euro zusätzlich zum Semesterbeitrag und den sonstigen Kosten während des Studiums nicht finanzierbar, weiß der Stura aus Beratungsgesprächen. „Fünf der Betroffenen haben sich aus Schreck sofort exmatrikuliert“, berichtet Referent Georgi. Für Härtefälle gebe es jedoch Ausnahmen, betont die Uni. Ein vom Senat eingesetztes Gremium soll darüber entscheiden, ob die Gebühr beim Vorliegen besonderer Gründe erlassen werden kann.

Der Stura berät Studenten bei Fragen. Kontakt: (0341) 97 37 850, E-Mail: info@stura.uni-leipzig.de. Online: http://stura.uni-leipzig.de

Von Robert Nößler

Fragen und Antworten zu den neuen Studiengebühren

Auf welcher Grundlage werden die Gebühren erhoben?

Bis jetzt besaß die Universität Leipzig keine Gebührenordnung, weswegen bis jetzt auch keine Gebühren erhoben wurden. Dies ändert sich mit dem Wintersemester 2017/18 ab dem 1. Oktober. Das Rektorat hat im Einvernehmen mit dem Akademischen Senat eine neue Verordnung erlassen, die im Grundsatz pro Semester 500 Euro für Langzeitstudenten und 350 Euro für Studenten im Zweitstudium vorsieht.

Ab wann werden die Gebühren eingetrieben?

Die neuen Reglungen greifen zwar zum 1. Oktober 2017. Die Zweitstudiengebühr wird laut Uni aber erst ab dem Sommersemester 2018 fällig. Die Regelungen zu Langzeitstudiengebühren gelten nur für Studierende, die von der aktuellen Fassung des aktuellen Hochschulfreiheitsgesetzes betroffen sind, also nur Kommilitonen, die ab dem 2014 immatrikuliert wurden. Aktuell sind das nur sehr wenige. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahren erheblich steigt.

Welche Semester werden bei der Berechnung mitgezählt und welche nicht?

Relevant für die Berechnung der Anzahl der Semester sind nur die Fach- und nicht die Hochschulsemester, wobei auch Gremiensemester positiv angerechnet werden, weswegen eventuell Betroffene sich fragen sollten: Habe ich vielleicht Urlaubssemester oder Gremiensemester angehäuft, die ich geltend machen kann? Diese zählen zwar als Hochschulsemester, nicht jedoch als Fachsemester.

Welche Ausnahmen sieht die Gebühren- und Entgeltordnung vor?

Durch das Engagement der Studentenvertreter konnte erreicht werden, dass über das Vorliegen eines begründeten Ausnahmefalls ein Gremium entscheidet, das auf Antrag der Betroffenen einberufen wird. Dieses besteht aus drei Mitgliedern (einem Vertreter der Gruppe der Studierenden, einem Vertreter aus dem Dezernat Akademische Verwaltung sowie einem Studiendekan) und entscheidet in Abwägung aller Umstände und des konkreten Einzelfalls, ob der Studierende von der Zahlung der Gebühr auszunehmen ist.

Quelle: Stura der Uni Leipzig / Ergänzungen von LVZ.de

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