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Bildung Das große Ausräumen: Sporthalle Brüderstraße im Leipziger Zentrum-Süd wird saniert
Leipzig Bildung Das große Ausräumen: Sporthalle Brüderstraße im Leipziger Zentrum-Süd wird saniert
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21:21 23.05.2014
Die Eagles-Basketballer Andreas Haring, Matthias Hienzsch und Kristin Keitz müssen ihre Geschäftsstelle ausräumen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Menschen, die in ihr "auf der Platte" standen, jubelten über Meisterschaften, weinten über Abstiege.

War einmal. Die alte Sporthalle in der Brüderstraße 15 hat seit dem 18. Mai ausgedient, wird in diesen Tagen ausgeräumt. Denn ab August soll aus ihr eine andere Halle werden. Eine, die modernen Standards entspricht und 800 bis 1000 Zuschauern - je nach Größe des Spielfeldes - gute Plätze bietet.

Die rollbaren Stahlgerüste der Traversen und deren hölzerne Sitzauflagen - seit Montag rückt ihr eine Handvoll Mitarbeiter des städtischen Sportamtes zu Leibe. Eine neue Verwendung gibt es für die Tribünen-Module nicht. Anders verhält es sich mit Turngeräten, Bänken, Tischen, Stühlen. Die kommen in andere Hallen. Und mit dem Parkett. Ein Teil der Planken wurde bereits demontiert und verstaut - sollte in einer (maroden) Leipziger Sportstätte mal wieder ein Stück Parkett gebraucht werden. "Die Lagerkapazitäten, um alles zu retten, was noch was hermacht, haben wir leider nicht", bedauert Jean Gerlach, Sachgebietsleiter Bau/Investitionen im Sportamt. Am 20. August beginnt die Rohbauphase. Bis dahin müssen er und seine Kollegen mit dem großen Ausräumen fertig sein.

Die Vereine, die die "Brüderhölle" bislang ihr Zuhause nannten, haben hingegen nur noch bis Ende nächster Woche Zeit, klar Schiff zu machen. Gilt zum Beispiel für die Basketball-Eagles. Unter der Regie ihrer guten Seele Andreas Haring wurde am gestrigen Freitag das Geschäftsstellen-Inventar zusammengepackt und ins neue Domizil Große Fleischergasse 12 gebracht. Regionalliga-Teams und Jugend trainieren künftig in der Mannheimer Straße in Grünau. "Eventuell bekommen wir noch Zeiten in der Halle An der Kotsche", sagt Vereinschefin Kristin Keitz. Für die Punktspiele der ersten Mannschaften braucht es keine Kopfstände. Die weitsichtigen Adler haben ihren Horst längst in der neuen Park-Arena Neukieritzsch, beendeten dort gerade ihre zweite Saison.

Die Handballer der SG LVB kehren der Messestadt fürs Erste ebenfalls den Rücken. "Wir wären mit unseren Männern ja gern in Leipzig geblieben, aber eine adäquate Halle gibt es hier nicht", schildert Uwe Bartlitz, Präsident der Sportgemeinschaft. Deshalb weicht das Drittliga-Team in die Markranstädter Stadthalle aus, tritt dort immer sonntags an. "Man ist uns freundlich entgegengekommen." Zudem sei eine Trainingszeit vereinbart worden, "um das Heimspielgefühl zu entwickeln". Durch den Umzug entstünden allerdings höhere Mietkosten. "Die Stadt hat uns Hilfe signalisiert. Und auch an Lösungen für die unsere Nachwuchsmannschaften wird gearbeitet", freut sich Bartlitz. Diese würden wohl auf verschiedene Objekte in Leipzig aufgeteilt.

Klarheit herrscht bei Zweitliga-Meister L.E. Volleys. Die Freunde des Volleyballs schlagen in der Grube-Halle um Punkte auf und trainieren in der Leplaystraße. Derweil die Floorball-Löwen, immerhin deutscher Vizemeister, ihre Hallenzeiten wie bisher mit dem Sportamt aushandeln müssen. In der kommunalen Behörde ist die Bereitschaft groß, niemanden zu frustrieren. Und groß ist auch die Hoffnung, dass es Mitte Dezember 2015 zur Eröffnung der sanierten Brüderstraße kommt. "Ein sportliches Ziel", sagt Sportamtsmann Gerlach lächelnd. "Aber eins, das zu schaffen ist, denn die Planung ist bislang optimal verlaufen." Letztlich, so der 52-Jährige, "hätten wir dann ein Schmuckkästchen für sechs Millionen Euro". Schöne Aussichten - bei aller Traurigkeit über "das Ende einer Ära", wie es Horst Hampe formuliert. Das langjährige Mitglied der LVB-Handballabteilung mag sich die Entkernungsarbeiten dieser Tage nicht anschauen. "Sie täten mir zu weh."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.05.2014

Kerstin Förster und Dominik Wel

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