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Bildung Dauerausstellung im Neuen Augusteum - Umzug von "Arbeiterklasse und Intelligenz"
Leipzig Bildung Dauerausstellung im Neuen Augusteum - Umzug von "Arbeiterklasse und Intelligenz"
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23:59 23.02.2015
Eine Vitrinenwand im Foyer des Neuen Augusteums zeigt die Baugeschichte der Leipziger Universität. Quelle: André Kempner

Denn dass die Schaukästen quasi ihnen gehören, liegt auf der Hand. Befinden sie sich doch an der Front des Ausstellungsraumes, der mit wechselnden Schauen zu universitären Themen zu bespielen ist.

Die Gestaltung der Vitrinen ist inzwischen vollbracht. Kustos Rudolf Hiller von Gaertringen spricht von einem Kraftakt, es nebenbei geschafft zu haben. Zu sehen ist eine Dauerausstellung originaler Exponate zur Baugeschichte der Universität an diesem Ort. Die Schau zeigt Zeugnisse vom Dominikanerkloster bis zur gründerzeitlichen Gestalt der Universität, ergänzt durch Fotos und Kommentierung.

Zu den Schätzen, die durch die Dauerschau wieder ins Licht der Öffentlichkeit gelangen, gehört das Epitaph für den Juristen August Florens Rivinus (1707-1769). Es konnte 1968 - vor der Sprengung der Paulinerkirche - von der Nordwand des Hauptchores geborgen werden. Rivinus war ein angesehener Mann. Johann Sebastian Bach schrieb für ihn die Kantate "Die Freude reget sich".

Zu den Exponaten gehört ebenso das Relief "Verbreitung des Christentums unter den Germanen". Bildhauer Ernst Rietzschel schuf es für seinen Zyklus "Zur Kulturgeschichte der Menschheit" für die Augusteum-Aula. Beim nun zu sehenden Relief handelt es sich um eine Gipsabformung des Originalmodells, entstanden um 1850. Der Zyklus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört beziehungsweise mit dem Alten Augusteum 1968 gesprengt. Rietzschel hatte die Abformung für Bernhard Graf von Lindenau, Kabinettsminister am sächsischen Hof, vorgenommen. Das Objekt ist eine Dauerleihgabe des Lindenau-Museums Altenburg.

Weitere künstlerische Ausgestaltung erfährt der Campus am Augustusplatz in Kürze mit zwei Bild-Kunstwerken. Um das eine gab es zuletzt so viel Aufregung wie um das andere. Im zweiten Stock des Campus wird Werner Tübkes Wandbild "Arbeiterklasse und Intelligenz", einst als Auftrag für die Karl-Marx-Universität gemalt, seinen neuen Platz finden. Gegenwärtig wird dafür die klimatisierte Vitrine installiert.

Das gute Stück kostet 130 000 Euro, laut Hiller sind aber erst 15 000 Euro eingeworben - und da die Universität nicht den Rest bezahlen kann, werden weitere Sponsoren gesucht. Eine Etage tiefer kommt - ganz profan - das von Schriftsteller Erich Loest initiierte und von Reinhard Minkewitz gemalte Gemälde "Aufrecht stehen - für Herbert Belter, Ernst Bloch, Werner Ihmels, Hans Mayer, Wolfgang Natonek, Georg Siegfried Schmutzler" an die Campus-Wand. Das Bild ist in Besitz der Stiftung Friedliche Revolution. Die Universität stellt dieser für zehn Jahre kostenfrei den Ort für die Hängung bereit - mit Verlängerungsoption. Am 30. März werden beide Kunstwerke präsentiert.

Zurück zur Vitrinenschau. Das, was im ersten Schaukasten zu sehen ist, überrascht schon. In Sichtachse zum Paulinum werden Glasmalereien gezeigt, die in der Universität reichlich vorhanden gewesen seien, wie Hiller sagt. Auch das "Fragment mit schlafendem Jünger" (1898) steht für die im Zweiten Weltkrieg untergegangene Pracht der Uni-Bauten. Hiller: "Kostbare Glasmalereien mit den Wappen der Universität, der Fakultäten und Nationen, umrahmt von Ornamenten im Stil der italienischen Renaissance, haben einst die Fenster der Aula im Augusteum geschmückt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.02.2015

Thomas Mayer

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