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Bildung Dauerlesung im Zelt: Leipziger Studenten demonstrieren gegen Kürzungen an der Uni
Leipzig Bildung Dauerlesung im Zelt: Leipziger Studenten demonstrieren gegen Kürzungen an der Uni
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15:55 07.04.2014
Kreativer Protest am Uni-Campus: Mit einer Dauerlesung demonstrieren Leipziger Studenten gegen geplante Kürzungen. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Rund 30 Teilnehmer versammelten sich am Mittag zum Start der Aktion in Lehnstühlen, Sesseln oder auf dem Boden.

Großgeschriebene Losungen wie „Kürzungen stoppen für Fächervielfalt“ und „Theaterwissenschaft Leipzig bleibt!“ stehen auf Plakaten rund um das Zelt. „Wenn wir jetzt nicht mitmachen, werden wir auch nicht gehört“, betont der 22-jährige Mitorganisator Henrik Hofmann. Mit der Aktion hoffen er und seine Kollegen auf höhere Aufmerksamkeit und mehr Aktivisten.

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Gemeinschaft gegen geplanten Stellenabbau wächst

Das Buch „Unterm Rad“ von Hermann Hesse wurde speziell für die Lesung ausgewählt, um die Konsequenzen einer einseitigen Ausbildung anzusprechen. Die Geschichte des jungen Studenten, der durch seine unausgewogene Ausbildung gescheitert ist, findet einen besonderen Resonanz bei den betroffenen Studenten: „Wir wollen damit zeigen, warum es so wichtig ist, dass es eine Fächervielfalt an Universitäten gibt“, sagt Mitorganisatorin Kerstin Schmitt gegenüber LVZ-Online. Vor allem betreffe die Kürzung nicht nur Institutionen wie Theaterwissenschaft, sondern habe einen Welleneffekt auf die gesamte Ausbildung. „Wir wollen dagegen unsere Solidarität ausdrücken“, so die 26-jährige Theaterwissenschaftsstudentin.

Demonstrierende sorgen für Unterhaltung und Aufmerksamkeit

Fünf Tage lang demonstrieren die Studierenden mit Lesungen im Zelt. Quelle: Regina Katzer

Gelesen wird Tag und Nacht in einem Zelt. Ende der Aktion ist Freitag um Mitternacht. Bisher haben sich insgesamt 59 Teilnehmer für die 120 offenen Vorlesungs-Slots angemeldet. Zehn Stunden der Woche waren am Montag noch nicht belegt, vor allem frühmorgens. Dabei hofft Hofmann auf Interessierte, die sich noch spontan anmelden wollen.

Mit dabei ist auch Florian Vochman: Mit seinen Talenten beim Jonglieren, Diabolodrehen und Einradfahren will er für Aufmerksamkeit sorgen. Der 27-jährige Theaterstudent schließt sich der Aktion an, um die Qualität der Lehre zu sichern und seinen Studiengang für andere weiterhin zu ermöglichen. Das Studentenwerk unterstützt die Demonstrierenden mit Kaffee, Kuchen und Apfelkisten.

Theaterwissenschaft und Archäologie vor dem Aus

Seit Januar protestieren die Studierenden gegen die geplanten Kürzungen der Hochschule. Aktuell sollen 24 Personalstellen im kommenden Jahr abgeschafft werden, darunter zwölf Auszubildendenstellen, drei in Physikalischer Chemie, fünf in Theaterwissenschaft und drei in Archäologie. Damit werden die Institute für Theaterwissenschaft und Archäologie de facto geschlossen.

Krysta Brown

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