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Bildung Der spannendere Körper: Leipziger Studentinnen gestalten Aktkalender
Leipzig Bildung Der spannendere Körper: Leipziger Studentinnen gestalten Aktkalender
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18:36 18.07.2013
Zwei Stunden lang fotografierten Julia Rähmisch (links) und Jana Nowak gestern im Restaurant des Panorama-Towers Sabrina. Die 25-Jährige ist eine von 13 Studentinnen, die sich für den studentischen Kalender der beiden ausziehen. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipig

Gespreizte Beine, lasziver Blick, starke Kontraste, genauso wollen es die beiden Studentinnen der Theaterwissenschaft nicht machen. "So einen sexistischen studentischen Kalender gab es in Leipzig 2007", berichtet Julia Rähmisch. Dass es anders geht, haben Julia und Jana an Kalendern von Studenten anderer Universitäten gesehen. Erster Schritt dazu: die Wahl des Models.

In schwarz-pinkem BH mit Spitze und schwarzem Tanga liegt Sabrina seitlich auf einer Lederbank im Restaurant des Panorama-Towers. Die langen Beine bis zu den Knien in eine schwarze Netzstrumpfhose gehüllt. Den braunen Lockenkopf in die Seite gestützt. Ein leichtes Lächeln; konzentrierter Blick in die Linse. Jana Nowak lässt die Kamera kurz sinken. "Sabrina sieht natürlich aus, selbst mit knalligen roten Lippen", erklärt die 21-Jährige. "Wir wollen Frauen nicht auf ihren Körper reduzieren", deswegen kommt auch keines dieser "Plastikmädchen" in Frage.

Sabrina fühlt sich sichtlich wohl mit ihrem Körper und der Atmosphäre. Bis auf die beiden Fotografinnen ist nur noch der 16-jährige Stefan Nabokov dabei, der das Make-up übernimmt. "Ich finde die Idee toll", sagt Sabrina, die mit ihrem Einsatz zudem ihre Kommilitonen unterstützen wollte. Auf dem Barhocker sitzend, fällt schließlich der BH. "Ganz nackt würde ich mich nicht zeigen", mit Händen oder anderen Hilfsmitteln bedeckt schon. Am Tag zuvor gab es ein Shooting unter der Dusche. "Da war das Model völlig nackt", erzählt Julia Rähmisch. "Dafür wollte sie ihr Gesicht nicht zeigen. Das ist in Ordnung. Jeder kann so weit gehen, wie er mag." Gut zwei Stunden bleiben dem Team diesmal. Für diese Zeit ist der Bereich im Tower gesperrt, so der kostenlose Deal mit dem Inhaber.

Zehn feste Zusagen haben die beiden Freundinnen schon - alles Leipziger Studentinnen, so die Maßgabe. Für jedes, der insgesamt 13 Models, soll es eine andere Location geben: das alte Industriegelände der Feinkost, das Motel One oder der Cossi zum Beispiel. "Wir wollen die verschiedene Charaktere einfangen", sagt Julia. Und in der passende Umgebung zeigen: So wie die zarte Sabrina im edlen Schick des Restaurants. Männerkörper werden keinen Monat ihres Kalenders zieren. "Davon haben wir von vornherein Abstand genommen. Frauen haben einfach den spannenderen Körper", erklärt Jana Nowak schmunzelnd.

Digitale Spiegelreflexkamera, Softbox, Reflektor, den Großteil der Technik besitzen Jana und Julia. Die Idee für den Kalender kommt von den beiden Frauen, die sich damit künstlerisch weiterentwickeln wollen. Den Anstoß, das Ganze größer aufzuziehen, gab ihnen der befreundete Dennis Beyer.

Aus dem Verdienst seines Nebenjobs stellt der 23-jährige Jurastudent die nötige Finanzierung. Gewerbeschein - für die neu gegründete Firma "Blickfang" - Flyer, Dessous, Druck und so weiter, das kostet. "Es ist bereits teurer geworden als geplant", sagt Dennis gelassen: "Ich glaube an das Projekt." Zu bekommen ist der Kalender zum Semesterstart am 1. Oktober. Wenn er gut angenommen wird, ist eine Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Weitere Informationen und Kontaktdaten unter www.blickfang-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.07.2013

Katharina Schultz

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