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Bildung "Deutschland einig Vaterland!" - Montagsdemos gingen nach Mauerfall weiter
Leipzig Bildung "Deutschland einig Vaterland!" - Montagsdemos gingen nach Mauerfall weiter
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23:59 12.11.2014
Von Michael Thomas
Auf der Leipziger Montagsdemo am 13. November 1989 waren erstmals Plakate mit weiterreichenden Forderungen auszumachen. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Die Leipziger zeigten sozusagen Flagge, was auch auf dem Transparent "Gestern in Bayern auf'n Bier - heute zur Demo sind wir hier!" sichtbar wurde.

Genehmigt waren die Montagsdemos aber immer noch nicht. Die Noch-Staatsmacht hatte sie zu tolerieren. Volkspolizeichef Gerhard Straßenburg am Abend des 13. November in seinem Bericht an das Ministerium des Innern in Berlin: "Es wurden 315 Transparente, ein imitierter schwarzer Sarg mit der Aufschrift ,Machtanspruch der SED', 1 rotes Plakat, 3 rote Fahnen sowie Kerzen und Taschenlampen mitgeführt."

Die SED versuchte in jenen Tagen, mit eigenen öffentlichen Veranstaltungen Druck gegen die Allmacht der Straße zu erzeugen. So fand am 11. November auf dem Georgi-Dimitroff-Platz eine Kundgebung der treuen Genossen statt, die aber mit kaum mehr als 5000 Teilnehmern auf vergleichsweise geringe Resonanz stieß. Während fast täglich Kader der Einheitspartei von ihren Ämtern zurücktraten beziehungsweise zurückgetreten wurden, war am 8. November auch in Leipzig das Neue Forum zugelassen worden. Wochen vorher noch als konterrevolutionäre Vereinigung verunglimpft, lud nun Hartmut Reitmann, Stellvertreter des Rates des Bezirkes für Inneres, die Sprecher des Neuen Forum zum Gespräch. In einem LVZ-Interview konnten Petra Lux und Michael Arnold erstmals darlegen, wie sich die Bürgerbewegung in die politische Arbeit einbringen möchte: "Wir wollen einerseits Diskussionsplattform und andererseits Akionsgemeinschaft sein."

Über das Wochenende nach dem Mauerfall waren über eine Million DDR-Bürger in die Bundesrepublik gereist. Auf der Volkskammersitzung am 13. November wurde nicht nur erstmals in geheimer Abstimmung gewählt - Hans Modrow zum Vorsitzenden des Ministerrates. Auf jener denkwürdigen Tagung gab auch Stasichef Erich Mielke von sich: "Ich liebe doch alle Menschen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2014

Mayer, Thomas

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