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Bildung Die Mathe-Meister aus Leipzig
Leipzig Bildung Die Mathe-Meister aus Leipzig
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17:16 19.05.2015
Die kleinen Mathematik-Genies Ferdinand Wagner (14) und Leo Gitin (13) sind amtierende Bundessieger. Quelle: André Kempner

Morgen werden sie in Köln als Sieger des Bundeswettbewerbs Mathematik geehrt. Im LVZ-Gespräch gab es für ihren Interviewer eine Lehrstunde über Formeln und Beweise.

52 Mitbewerber haben sie hinter sich gelassen. In der dritten Phase des Wettbewerbes mussten sich die beiden Leipziger kürzlich einem Kolloquium stellen. "Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob es eine Zweierpotenz gibt, deren Ergebnis - passend zu diesem Jahr - mit 2013 beginnt", erzählt Leo, dessen Lieblingszahlen sich seit der ersten Begegnung mit der LVZ vor gut einem Jahr nicht verändert haben: die 2 und die 144. Gut, und gibt es denn nun eine Zahl beginnend mit 2013? "Na klar", so der 13-Jährige bestimmt. Die kleinste besitze 411 Stellen. Lässig schiebt das kleine Mathe-Genie noch hinterher: "Mathematik ist halt die Kunst, das Rechnen zu vermeiden." Weitere Themen im Finale seien komplexe Zahlen, Einheitswurzeln und "ein bisschen Ungleichungen" gewesen.

Mathe-Kollege Ferdinand - der nicht ans WOG wechseln möchte, weil in sein Schiller-Gymnasium "die halbe alte Klasse geht" und der Schulweg fußläufig nur 15 Minuten beträgt - hat zwar mit 30 Stellen der Zahl Pi nach dem Komma nur etwa ein Siebentel seines Freundes "auf Tasche", gehört aber ebenso zu den besten deutschen Nachwuchs-Mathematikern. Logischerweise besucht er den Leistungskurs Mathematik - "den der 11. Klasse", erzählt der Neuntklässler. "Geometrie, Zahlentheorie und Ungleichungen" zählt er zu seinen Vorlieben wie Stärken. Und der Gohliser findet die Zahl 19 "cool". Dafür gebe es eigentlich keinen besonderen Grund, für ihn sei es einfach "eine lustige Zahl".

Wichtig ist für Leo - Hobbys Klavier und Tischtennis - und Ferdinand (Klavier, ein wenig Malerei) zu betonen, dass sie für die Förderung ihres Talents in Leipzig "wirklich tolle Unterstützung" bekommen. Der Mathezirkel von Sonnhard Graubner und die Leipziger Schülergesellschaft für Mathematik mit Leiter Axel Schüler seien neben vielem anderen nur exemplarisch zu nennen.

Reizt es sie eigentlich, sich später einmal den aktuell noch sechs bedeutendsten ungelösten mathematischen Problemen zu widmen, für deren Lösung das Clay Mathematics Institute in Cambridge (Massachusetts) je eine Million US-Dollar ausgesetzt hat? "Oh", entgegnen beide leise wie ehrfürchtig, "vielleicht in 20, 30 Jahren mal." Die Wahrscheinlichkeit, eine Lösung zu finden, gehe - womit das Duo wieder im besten Mathe-Jargon angekommen ist - "gegen Null".

Von ihrer Zukunft haben die beiden eine exakte Vorstellung: Sie wollen sich für die internationalen Mathematik-Olympiaden qualifizieren, die - wenn sie demnächst im dafür richtigen Alter sind - beispielsweise in Thailand stattfinden, und später einmal Mathematiker werden. "Und wenn möglich, fünfmal Bundessieger" - diese eher kleine einstellige natürliche Zahl ist zugleich die maximal mögliche. Die Ehrung für den ersten Titel folgt jetzt auf dem Fuß.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2013

Pelzl, Martin

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