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Bildung Drohende Streichungen an Leipziger Uni: Kritik an Sparvorgaben für Sachsens Hochschulen
Leipzig Bildung Drohende Streichungen an Leipziger Uni: Kritik an Sparvorgaben für Sachsens Hochschulen
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19:47 22.01.2014
Campus der Uni Leipzig: Theaterwissenschaftler und Archäologiestudenten könnte es hier bald keine mehr geben. Quelle: André Kempner
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“ Es sei ein völlig falsches Signal, bei den Universitäten im Land derart zu sparen. Die Grünen im Landtag nannten die geplante Schließung der Leipziger Archäologie und Theaterwissenschaften einen „Supergau für die sächsische Hochschul- und Kulturlandschaft“.

Dagegen betonte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), dass ein Drittel des sächsischen Haushalts in Bildung und Forschung fließe. „Wir müssen aber verantwortlich mit unseren Ressourcen umgehen. Deshalb müssen unsere Hochschulen ihr Studienangebot profilieren und sich auf ihre Stärken besinnen“, erklärte von Schorlemer.

Die Sparvorgaben treffen fast alle Hochschulen im Freistaat. Der SPD-Bildungspolitiker Holger Mann kritisierte jedoch, dass die Leipziger Hochschulen einen Anteil von mehr als 40 Prozent erbringen müssten. Die Exzellenz-Uni TU Dresden ist wegen ihres Status von den Einsparungen vorerst ausgenommen. Die mehr als 600 Jahre alte Universität Leipzig träfen die Einsparungen besonders hart. Mit ihrem geisteswissenschaftlichen Profil habe sie es ohnehin schwer, wichtige Drittmittel einzuwerben. Ein Stellenabbau müsse sich an den tatsächlichen Studierendenzahlen orientieren, forderte Mann.

Die TU Chemnitz muss nach Angaben einer Sprecherin 14 Stellen pro Jahr einsparen. Bis 31. Januar müsse die Hochschule die konkreten Pläne ans Wissenschaftsministerium melden. Die Diskussion dazu laufe noch. Die TU Bergakademie in Freiberg mit ihren aktuell 5575 Studenten muss bis Ende 2015 insgesamt 19 Stellen streichen. Das sei schmerzhaft, sagte Sprecherin Madlen Domaschke. „Es müssen aber zum Glück keine Institute oder Lehrstühle geschlossen werden.“ Problematisch werde es jedoch, wenn der Stellenabbau auch 2016 weitergehe. Das werde ohne Strukturveränderungen nicht möglich sein, weswegen sich der Rektor mit einem Brief bereits ans Ministerium gewandt habe.

Auch SPD-Politiker Mann nannte die aktuellen Sparbemühungen der Hochschulen nur „Vorgeschmack darauf, was noch kommt“. Die Universitäten im Land müssten bis 2020 insgesamt 1042 Stellen streichen. „Davon sind noch nicht einmal 300 verteilt“, sagte Mann.

dpa

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