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Ein Leipziger Arzt verordnet den Comic-Helden Abrafaxe eine eigene Musik

Ein Leipziger Arzt verordnet den Comic-Helden Abrafaxe eine eigene Musik

Medizin und Musik sind die beiden großen Leidenschaften von Vincent Strehlow. Als er sein Abi machte, komponierte er nebenbei Filmmusik. Musik studieren, Musiker werden, das war sein Plan.

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Aus seiner Leidenschaft für die Abrafaxe macht Vincent Strehlow Musik.

Quelle: Stefan Straube UKL

Leipzig. Während seines Zivildienstes im Krankenhaus entschied sich der gebürtige Rostocker aber anders - für die Medizin. Inzwischen ist es dem 28-jährigen Assistenzarzt gelungen, seine Dissertation zu schreiben und parallel dazu an einer Abrafaxe-Symphonie zu arbeiten.

Strehlow ist Assistenzarzt im Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Leipzig. Als Zehnjähriger entdeckte er seine Liebe zu den Abrafaxen. Die Comic-Helden Abrax, Brabax und Califax bestehen seit 1976 in der Zeitschrift "Mosaik" Abenteuer. "Ich lese das Mosaik heute noch", lacht Strehlow. Auch in den Jahren, in denen er sich in sein Medizinstudium kniete, ließ er seine Helden nie aus den Augen. Genauso wenig wie die Musik.

Als Sechsjähriger lernte Strehlow Blockflöte, mit 14 griff er zur Klarinette und fing an, für ein kleines Instrumental-Ensemble zu komponieren. "Seit einiger Zeit beschäftige ich mich wieder mehr mit dem Komponieren", erzählt er. "Dabei entstand meine Ouvertüre 1813, die anlässlich des 200. Jahrestages der Völkerschlacht vom Orchester des Sinfonischen Musikvereins Leipzig, in dem ich Klarinette spiele, uraufgeführt wurde. Zudem begann ich, mich mit einer Komposition für meine Comic-Helden zu beschäftigen." Die Hauptfrage für einen Hobby-Komponisten heißt aber: Wer führt das Stück auf? Denn für die Schublade arbeitet keiner gern. "Also suchte ich Kontakt zu Freunden der Abrafaxe, um zu fragen, was die davon halten." Am Ende saß Vincent Strehlow in einer Leipziger Kleingartenkneipe einer 25-köpfigen Runde von Comic-Fans gegenüber, die seine Idee begeistert aufnahmen.

Vom Leipziger Comic-Stammtisch bekam er den entscheidenden Tipp: der Berliner Verlag Mosaik Steinchen für Steinchen könnte Interesse haben. "Ich saß dann also dem Verlagsleiter gegenüber und erzählte ihm, wie ich mir die Symphonie vorstelle: Ähnlich aufgebaut wie Peter und der Wolf von Prokofjew, wo jeweils ein Instrument für eine Figur steht", erzählt Vincent Strehlow weiter. "Die Klarinette steht für Abrax, das Englischhorn für Brabax, das Fagott für Califax und die Querflöte für die kleine Ratte. Nachdem ich ihm eine CD mit Hörbeispielen der einzelnen Figuren zugeschickt hatte, hatte ich den Verlag auf meiner Seite."

Nun wächst langsam Stück um Stück die Symphonie. 20 Minuten Musik sind fertig, 60 Minuten sollen es werden. Wenn der Arzt ein paar Stunden Zeit hat, setzt er sich in sein Musikzimmer - in dem sein Keyboard steht, seine Klarinette und das Fagott seiner Freundin - und arbeitet. "Beim Komponieren bin ich ein Konstrukteur. Ich warte nicht auf den Geniestreich, auf den glücklichen Einfall, sondern versuche, die Partitur Schritt für Schritt zu entwickeln." Zugleich stellt der Komponist bei verschiedensten Anlässen seine Idee vor. "Kinder konnten beispielsweise raten, welches Instrument welche Figur darstellt - das hat ihnen viel Spaß gemacht, und sie lagen natürlich richtig."

www.vincent-strehlow.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014

Uwe Niemann

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