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Bildung Ein Schirmherr für "Liebe bekennt Farbe"
Leipzig Bildung Ein Schirmherr für "Liebe bekennt Farbe"
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13:59 19.05.2015
Robert Ehrlich Quelle: kfm

2009 erfuhr es dann methodisch aber eine Aufwertung und betreibt seither unter der Überschrift ,Liebe bekennt Farbe!' eine etwas umfassendere Antidiskriminierungsarbeit gegen Homo- und Transphobie." Die Besonderheit des Projekts bestehe darin, dass junge, vom Verein ausgebildete Ehrenamtliche, die 18 bis 27 Jahre alt sind und mehrheitlich selbst schwul, lesbisch, bisexuell und/oder transident leben (also sich dem anderen Geschlecht angehörig fühlend), Schulklassen besuchen und sowohl methodisch als auch über persönliche Erzählungen mit den Jugendlichen arbeiten. 25 solcher Ehrenamtler seien aktuell ins Projekt eingebunden, sagt Krüger. "Wir haben sogar eine Warteliste von Leuten, die solch eine Aufgabe auch gern übernehmen würden." Durch die Möglichkeit des Kontakts mit Menschen, zu denen Stereotype und Vorurteile bestehen, ließen sich diese viel besser hinterfragen und abbauen, findet sie. "Wenn ich eine Coming-Out-Geschichte, die mit Schwierigkeiten verbunden war, von der betroffenen Person selbst zu hören bekomme, ist das effektiver als nur abstrakt über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zu reden. Das erzeugt Empathie und die wiederum wirkt sich auf Einstellungen und Verhalten aus." Für Professor Ehrlich eröffnet sich bei dem Projekt zugleich eine Perspektive für Jugendliche, die wegen ihrer Orientierung oder Geschlechtsidentität Probleme in der Schule haben. "Gerade für jene, die nicht absolut und in jeder Hinsicht 'normal' aussehen, empfinden oder sich verhalten, kann diese Begegnung von nachhaltigem Wert sein", sagt er.

Nicht zuletzt gewinnt das Ganze für Ehrlich auch an Bedeutung vorm Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen, wie sie aktuell etwa im Schlepptau mit Legida daherkommen. "Ich betrachte es als wahrscheinlich, dass, wenn morgen etwa die Muslime nicht mehr Hauptzielscheibe rechter Gruppierungen sind, andere Minderheiten wie Schwule, Lesben oder Transsexuelle wieder in den Fokus der Anfeindungen und Angriffe kommen", sagt er. "Das ist auch ein wichtiger Grund für mich, die hervorragende Aufklärungsarbeit des Bildungsprojektes ,Liebe bekennt Farbe!' unterstützen zu wollen, da Hass und Toleranz nicht angeboren, sondern erlernt werden - auch und gerade in den Schulen."

Immerhin: Die Reaktionen auf die Schulbesuche der Projekt-Ehrenamtler seien bisher schon mal durchweg sehr positiv gewesen, berichtet Krüger.

Workshops für Schulklassen, Fortbildungen für Lehrer in Leipzig und Umgebung können unter schulprojekt@rosalinde-leipzig.de oder Telefon 0341 8790173 angefragt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2015
Angelika Raulien

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