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Eine Bildungsbrücke vom Leipziger Graphischen Viertel in die ganze Welt

Eine Bildungsbrücke vom Leipziger Graphischen Viertel in die ganze Welt

Von Leipzig geht es hinaus in die Welt: Gotthard Dittrich arbeitet unermüdlich daran, die Idee weltoffener Bildungsprojekte in andere Länder zu tragen. Er ist der Chef der Rahn Dittrich Group, die in der Messestadt den Bildungscampus im Graphischen Viertel betreibt und weiterentwickelt.

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Gotthard Dittrich, Chef der Dittrich Rahn Group, auf dem Dach des Bildungscampus im Graphischen Viertel.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Was weniger bekannt ist: Das mittelständische Unternehmen, das im März 25. Geburtstag feierte, hat 600 Mitarbeiter an 20 Standorten im In- und Ausland. Beispielsweise in Ägypten, wo erst im Oktober die eigenständige Al Ritahj Rahn Schule Kairo eröffnet wurde, an der nach deutschen Curriculum unterrichtet wird. Zuvor war die Firma, deren Verwaltungssitz in Leipzig ist, bereits an der dortigen Privaten Deutschen Schule beteiligt. Seit 2003 gibt es bereits die Hotelfachschule Paul Rahn in El Gouna am Roten Meer. Dort fahren sogar Vertreter der Leipziger Industrie- und Handelskammer hin, um Prüfungen abzunehmen.

Wie hat das alles begonnen? Los ging es 1990 zunächst mit einer Wirtschaftsakademie, die ihr Domizil heute in der Kochstraße 28 hat. Dittrich, ursprünglich in Bremen beheimatet, aber schon zu DDR-Zeiten oft in Leipzig, hat am 16. März 1990 mit Partnern eine gemeinnützige Schulgesellschaft gegründet. Es folgte die Freie Grundschule "Clara Schumann" im historischen Schumann-Haus, die längst Teil eines Bildungscampus mit Musikschule, Kindertagesstätten und Gymnasium ist. Auch die Oberschule (derzeit Kochstraße) wird künftig an der Salomonstraße zu finden sein - der Neu- und Erweiterungsbau samt Dreifeldersporthalle hat sich allerdings verzögert. "Die ehemalige Halle ist abgerissen, in Kürze geht der Bau der Oberschule los", kündigt der 61-Jährige an, der selbst einmal Rahnschüler in Nienburg an der Weser war. Seit 2000 sind die Rahns übrigens nur noch mit dem Namen in der Unternehmensgruppe vertreten, zu der sechs Firmen und zwei Stiftungen gehören. "Ich bin selbst manchmal überrascht, wie sich das alles entwickelt hat", bekennt Diplomökonom und Diplomingenieur Dittrich, der sich als Ideengeber sieht und den Bau neuer Häuser koordiniert. "Für die Bildungsprojekte hole ich mir Partner vom Fach."

Ein Herzstück des Unternehmens ist das Gymnasium im brandenburgischen Stift Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) an der polnischen Grenze. Es handelt sich um eine Ganztagsschule mit staatlich anerkannter internationaler Ausprägung, an der bilingual Deutsch und Polnisch unterrichtet wird. Durch das Internat können dort auch Kinder lernen, deren Eltern nicht in Deutschland leben. "Sie kommen aus 14 Nationen, darunter aus Ägypten, Ecuador, Mexiko, Korea und vielen anderen Ländern." Weltoffenheit heißt für ihn, nicht nur in die Fremde zu gehen, sondern andere Nationalitäten daheim zu integrieren. In Neuzelle gibt es auch eine deutsch-polnische Bildungsbrücke, die von der Europäischen Union gefördert wird. Dahinter verbirgt sich ein Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit der Wojewodschaft Lubuskie. In Zielona Gòra ist eine weitere Rahn-Schule in Trägerschaft der Europäischen Stiftung für Bildung und Kultur entstanden, die Kinder von der Grundschule bis zum Abitur führt. Die Stiftung ist zugleich Prüfungszentrum des Goethe-Instituts.

Dittrich arbeitet daran, weitere Visionen umzusetzen. So gibt es Verhandlungen, mit der Deutschen Botschaft in Muscat (Oman), eine Deutsche Schule aufzubauen. Auch für Rabat, die Hauptstadt Marokkos, hat er Pläne für eine deutsch-französische Schule. "Es gibt Gespräche mit dem ägyptischen Kulturinstitut, eine deutsch-arabische Schule zu gründen, in der Religion eher eine untergeordnete Rolle spielt. Dafür kommt wahrscheinlich Berlin in Frage", so Dittrich. Das sei aber vermutlich Zukunftsmusik. Greifbarer wird da schon ein Kooperationsvertrag des Leipziger Rahn-Gymnasiums mit der Deutschen Schule Kiew, der bald in Leipzig unterschrieben wird. Geplant sind Lehreraustausche, Schülerbesuche und gemeinsame Projekte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2015

Mathias Orbeck

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