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Eine Schule, die jeder will: Leipzig bewirbt sich für Pilot-Bauprojekt - Stadtrat stimmt zu

Eine Schule, die jeder will: Leipzig bewirbt sich für Pilot-Bauprojekt - Stadtrat stimmt zu

Die Stadt Leipzig geht neue Wege beim Umbau leerstehender Schulgebäude. So soll die ehemalige 58. Schule in Wahren nicht nur bis 2016 reaktiviert werden. Sie könnte zum Vorbild für die Leipziger Quartiersschule werden.

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Die Schule am Opferweg steht weitgehend leer. Das Erdgeschoss wird als Interims-Kita genutzt.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Mit dem Konzept bewirbt sich Leipzig beim bundesweiten Wettbewerb „Pilotprojekte Schulen planen und bauen“. Der Stadtrat stimmte am Mittwoch der Bewerbung mit großer Mehrheit zu.

„Bisher liegen uns 31 gültige Bewerbungen vor“, sagt Lothar Guckeisen, Sprecher der „Montag Stiftungen“ in Bonn. Die Institutionen, nach ihrem Gründer Carl Richard Montag benannt, richten den Wettbewerb aus. Aus jahrelanger Projekt-Erfahrung haben Bau- und Bildungsexperten Leitlinien für den Schul(um)bau entwickelt. Wichtigstes Prinzip: Verwaltung, Pädagogen und Architekten handeln nicht länger separat. Ihr Ziel: Leistung, Integration verschiedener sozialer Gruppen und Chancengleichheit gehören unter ein Dach.

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Leipzig. Die Leipziger „Schule am Opferweg“ in Wahren könnte künftig Standards setzen für den Ausbau einer zukunftsorientierten Quartiersschule. Mit dem Konzept für die Wiederbelebung der 58. Schule gewann Leipzig jetzt beim bundesweiten Wettbewerb „Pilotprojekte Schulen planen und bauen“. Damit bekommt Leipzig eine fundierte Beratung für die Planungsphase im Gegenwert von 100.000 Euro.

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In Leipzig könnte das die Zukunft der ehemaligen 58. Schule im Leipziger Norden sein. Das Gebäude steht fast leer, nur im Erdgeschoss sorgt eine Interims-Kita für Leben. „Wir haben uns für die Schule am Opferweg entschieden, weil hier schon ein gewisser Planungsstand besteht“, erklärt Anne Kraft, Beauftragte für Bildung im Amt für Stadterneuerung. 3,21 Millionen Euro will Leipzig in die Hand nehmen, damit der denkmalgeschützte Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert zur neuen Heimat der Paul-Robeson-Grundschule werden kann.

Derzeit hat die Paul-Robeson-Schule ihr Domizil in der Wahrener Jungmannstraße 5. Noch teilen sich dort die Kinder aus Grundschule, Hort und Mittelschule den Raum. Das Gebäude platzt aus allen Nähten, denn die Schülerzahlen steigen. Deshalb sollen Grundschule und Hort künftig im Opferweg eine Heimat finden.

100.000 Euro und Expertenwissen für die „Phase Null“

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Paul-Robeson-Schule in der Jungmannstraße: Grundschule, Hort und Mittelschule haben auf Dauer hier zu wenig Platz.

Quelle: Dirk Knofe

Der Umzug stellt die Robeson-Schule vor Herausforderungen. Die räumliche Trennung von Grund- und Mittelschule muss überbrückt werden, Überlegungen bis hin zur sicheren Querung der Ritterguts- und Linkelstraße sind nötig. Das Hauptgebäude am Opferweg wird nicht ausreichen für zwölf Klassen in 18 Räumen, plus Fachräume und einem unabhängigen Hort mit 17 Gruppen. Wie das Nebengebäude auf dem 4400 Quadratmeter großen Areal genutzt werden kann, wie Anbauten gestaltet werden könnten – dazu wünschen sich die Leipziger Beratung.

Als Preisträger würde die Stadt in der „Phase Null“ von externen Fachleuten unterstützt. Damit sind Leistungen im Wert von 100.000 Euro verbunden. „Wir könnten neue Wege gehen, ohne unsere eigenen Kapazitäten zu belasten“, erklärt Anne Kraft, Beauftragte für Bildung im Amt für Stadterneuerung, gegenüber LVZ-Online.

Außerdem ermögliche die so unterstützte „Phase Null“ die Beteiligung von Eltern und Lehrern, Schülern und Akteuren im Stadtteil „in einem Umfang und einer Qualität, wie es sonst nicht möglich wäre“, so Kraft. Am Ende könnte eine Schule entstehen, die jeder will – und die als Quartiersschule für verschiedenste Gruppen im Stadtteil zum Mittelpunkt wird.

Wegweiser für die Zukunft – neue Finanzierungsansätze

Das hält Karsten Gerkens, Leiter des Amts für Stadterneuerung, angesichts für wegweisend. „Wir brauchen die stärkere Anbindung von Schule und Stadtteil“, sagt Amtsleiter Karsten Gerkens. Das Konzept für den Leipziger Osten habe beispielhaft gezeigt: „Bildung ist das A und O für das Vorankommen eines Viertels.“ Die Vernetzung von Schulen und Unternehmen durch Praktika sei dafür nur ein Beispiel.

Selbst wenn die Stadt beim Wettbewerb leer ausgehen sollte, sieht Gerkens für das Konzept Quartiersschule neue Finanzierungsansätze: „Da gibt es viele Aspekte, die über den Europäischen Sozialfonds oder den Fond für Regionale Entwicklung förderfähig sein könnten.“ Nicht unwichtig, denn Leipzig hat Druck. Laut Schulentwicklungsplan 2012 sollen in den kommenden zehn Jahren 4000 Grundschulplätze, fünf Gymnasien und sieben Mittelschulstandorte entstehen.

Damit die Chance für ein Pilotprojekt „Schule am Opferweg“ gewahrt bleibt, muss es nun schnell gehen. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat der Einreichung des Wettbewerbsbeitrags mit großer Mehrheit zu. Der Entwurf entstand in Kooperation von Jugendamt, Amt für Stadterneuerung, Schulleitung, Bildungsagentur und Amt für Gebäudemanagement. Jetzt liegt der Ball bei den "Montag Stiftungen": Schon am 15. April tagt die Auswahlkommission.

Evelyn ter Vehn

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