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"Einsame Entscheidung des Rektorats"

"Einsame Entscheidung des Rektorats"

Die Ablehnung des vom Uni-Rektorat für die Jahre 2015/16 fixierten Haushaltsplanes durch den Hochschulrat heizt auch die Debatte um die Stellenkürzungen an der Alma mater weiter an.

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Streitgespräch über die beabsichtigten Institutsschließungen an der Leipziger Uni im Ägyptischen Museum.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wie berichtet, hatte das Aufsichtsgremium vergangene Woche den Entwurf des Haushaltsplanes nicht abgesegnet, sondern Nachbesserungen verlangt - und ebenso eine stichhaltige Begründung dafür, warum die Institute für klassische Archäologie und für Theaterwissenschaft auf die Streichliste gesetzt wurden.

Bei einer Podiumsdebatte im Ägyptischen Museum am Freitagabend sagte Carsten Feller vom sächsischen Wissenschaftsministerium (SMWK), er habe den Eindruck, dass dies "eine einsame Entscheidung" des Rektorats gewesen sei. Durch das Votum des Hochschulrates ergebe sich nun hoffentlich "Raum für eine Debatte innerhalb der Uni". Diese wurde bei der Veranstaltung auch aus dem Auditorium gefordert. Adressatin war Rektorin Beate Schücking, die darauf verwies, dass es so gut wie keinen Spielraum gebe, um die Kürzungsvorgaben des Freistaates zu erfüllen. So seien zwölf der 14 Fakultäten in die Lehrerbildung eingebunden, die das Land zu einer Schwerpunktaufgabe erklärt habe. Außerdem müssten die Kernbereiche der Uni erhalten werden. Zur Begründung, dass die beiden Institute geopfert werden sollen, meinte sie, einerseits würden bei den betroffenen Professuren Emeritierungen anstehen und es solle keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Andererseits hätten sich die Fächer zum Beispiel auch nicht ausreichend in den Profilbildungsprozess der Alma mater eingebracht.

Jörn Lang vom Archäologie-Institut erklärte, der in seiner Einrichtung betroffene Studiengang würde stark nachgefragt und die Archäologie insgesamt sei eine Disziplin mit wachsender gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und auch politischer Bedeutung. Übergreifend vermisse er ein Strukturkonzept des SMWK für Sachsens Hochschulen, die bis zum Jahr 2020 dazu verurteilt seien, mehr als 1000 Stellen zu streichen - trotz steigender Studentenzahlen. So verbuchte die hiesige Uni 2013 einen Rekord bei den Bewerbungen. Dennoch sollen bis 2020 mehr als 170 Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen. Der Leipziger CDU-Landtagsabgeordnete Robert Clemen führte drohende massive Einbußen für die Landeskasse durch das Auslaufen des Solidarpaktes, weniger EU-Fördermittel und Änderungen im Länderfinanzausgleich ins Feld. "Wir müssen sparen und dazu müssen alle öffentlichen Bereiche beitragen." Im Rahmen der Hochschulautonomie bedeute das, "Freiheit in Verantwortung zu übernehmen und nicht Freiheit von Verantwortung". Er verstehe zwar die Nöte der Uni-Leitung, aber nicht die Entscheidung zu Institutsschließungen. An den Unis in Chemnitz und Freiberg, wo auch Stellen wegfallen, würde das nicht über so drastische Einschnitte vollzogen wie in Leipzig.

Für den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Holger Mann ist die Hochschulpolitik im Freistaat eine Katastrophe. Bei den Personalmitteln pro Studierendem liege Sachsen im Bundesvergleich an vorletzter Stelle, außerdem würden Gelder aus dem Hochschulpakt in Größenordnungen vom Finanzministerium nicht an die Bildungsstätten weitergeleitet. Die Landesregierung habe nicht begriffen, dass die Hochschulen für den Freistaat "ein immanent wichtiger Wachstumsfaktor" sind.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2014

Mario Beck

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