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Eisforschung im Wolkenturm - Leipziger Wissenschaftler gewinnen neue Erkenntnisse

Eisforschung im Wolkenturm - Leipziger Wissenschaftler gewinnen neue Erkenntnisse

Als vor rund zehn Jahren der Wolkensimulator am Leipziger Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Betrieb ging, hieß es beim Einweihungsfestakt: "Was da in den Himmel gewachsen ist, ist ein ansehnlicher Erfolg und sein Geld wert.

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Der Turmbau des Wolkenlabors ist ein Wahrzeichen des Tropos-Institutes in der Permoserstraße.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipziug. " Seitdem bestücken die Wissenschaftler die Anlage in dem markanten 16 Meter hohen Turmbau mit immer neuen Versuchsanordnungen, bei denen diverse Aerosol-Teilchen als Kristallisationskerne für Wasserdampf wirken und letztlich Wolkentröpfchen der experimentellen Kaskade entspringen - mit nachhaltigem Erkenntnisgewinn. Seinen Niederschlag findet das in Fachpublikationen - wie jetzt in zwei hochkarätigen Journalen, in denen die Tropos-Experten über Eiskeime berichten.

Dabei handelt es sich um Partikel, die Wolkentropfen gefrieren lassen und so das Klimasystem der Erde beeinflussen, denn Eiskristalle streuen Sonnen- und Wärmestrahlung anders als flüssiges Wasser. Die Spezialisten gingen der Frage nach, inwiefern mineralische und biologische Partikel gewissermaßen als himmlische Frostbeulen agieren. Normalerweise müssen in der Atmosphäre unter minus 38 Grad Celsius herrschen, damit bei Wassertröpfchen die sogenannte homogene Eisbildung stattfindet. Wie die Tests im Wolkenlabor offenbarten, verschiebt sich der Gefrierpunkt deutlich nach oben, wenn bestimmte Aerosol-Teilchen ins Spiel kommen. Wird beispielsweise Mikrolin-Mineralstaub von der Erde aufgewirbelt und driftet in Höhen von zwei bis sechs Kilometern, dann verschiebt es den Gefrierpunkt deutlich: Bei minus 24 Grad Celsius setze dann bereits die Vereisung ein, haben die Wissenschaftler im Zuge ihrer Studien im Wolkenturm herausgefunden. Noch besser funktionieren Pollen und Bakterien. Quasi als Katalysatoren sorgen sie dafür, dass schon ab minus 18 beziehungsweise minus acht Grad Celsius das Wolkenwasser den Aggregat-Zustand wechselt.

Für die kommenden drei Jahre hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft jüngst Geld und grünes Licht für die Fortsetzung der Untersuchungskampagne gegeben, bei der die Leipziger im Verbund mit Fachleuten anderer deutscher Unis und Institute arbeiten. Die Ergebnisse fließen in Modelle ein, mit denen sich computergestützt globale und regionale Klimaprozesse analysieren und prognostizieren lassen. Auch für präzisere Wettervorhersagen sind die Daten wichtig - weil Eiskeime vor allem die Niederschlagsbildung beeinflussen.

Technisch soll am Tropos für die Wolkenforschung weiter aufgerüstet werden: Geplant ist unter anderem eine Aerosolkammer, die sich über zwei Stockwerke eines neuen Gebäudes erstreckt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2015

Beck, Mario

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