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Bildung Eltern vom Schumann-Gymnasium fühlen sich vom Amt vorgeführt
Leipzig Bildung Eltern vom Schumann-Gymnasium fühlen sich vom Amt vorgeführt
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23:59 14.05.2014
Auf welche Gymnasien Leipzigs Viertklässler kommen, entscheidet sich in den nächsten Tagen (Symbolfoto). Quelle: André Kempner

Neben dem Kant-Gymnasium (Südvorstadt) und Schiller-Gymnasium (Gohlis) betrifft dies auch das Robert-Schumann-Gymnasium (Lindenau). Dort beschweren sich nun Eltern, weil Stadt und Bildungsagentur vier statt drei fünfte Klassen aufmachen wollen. "Die gesamte Elternschaft ist äußerst irritiert und verwehrt sich vehement gegen eine erneute Überbelegung unserer Schule", heißt es in einem Brief des Elternrates. Der Schulnetzplan habe eindeutig und verbindlich einen Kapazitätsrichtwert festgelegt, der insgesamt 24 Klassen - drei pro Jahrgangsstufe - vorsieht.

Dem Amt wird vorgeworfen, Situationen zu legitimieren, die gegebenenfalls "Gefahr für Leib und Leben" von Schülern und Lehrern bedeuten. Der Elternrat, so ihr Vorsitzender Erik Pomplitz, habe bereits mehrfach auf Schwierigkeiten bei der baulichen Situation hingewiesen. "Ich schaue doch auf Bauzäune und gesperrte Flächen. Seit Jahren tut sich da nichts", sagt er. "Turnhalle und Mensa sind bereits für die jetzige Schülerzahl deutlich zu klein." Der Sportunterricht könne nur durch Nutzung externer Sportstätten abgesichert werden. Eine geschlechterspezifische Trennung sei gar nicht möglich. Das Außensportfeld auf dem Schulhof sei seit 2003 aktenkundig eine Unfallgefahr.

Hinzu kommt: Die Schule verfüge nur über drei Fachkabinette für Naturwissenschaften, obwohl eigentlich aufgrund ihrer Größe sechs vorgeschrieben wären. Auch das Budget für Bildungsmaterial wurde gekürzt. Die Eltern haben bereits in einem Brief an Nicolas Tsapas vom Amt für Jugend, Familie und Bildung protestiert. Er führte nach LVZ-Informationen gestern mit Ralf Berger, dem Chef der Bildungsagentur Leipzig, ein Gespräch über die Situation.

Das Ergebnis: Es bleibt bei der Ankündigung. "Wir wollen den Eltern entgegenkommen, sonst müssten wir auch von dort zu viele Fünftklässler in den Nordosten umlenken", so Sprecher Roman Schulz. So gibt es am Robert-Schumann-Gymnasium 135 Bewerber, am Kepler 106 (drei Klassen), am Klinger 103 (drei Klassen). Wie berichtet, hat die Stadt für freie Plätze an Gymnasien in Paunsdorf, Mockau und Schönefeld geworben. "Unabhängig davon brauchen wir vier Klassen an anderen Schulen mehr". Pomplitz: "Unsere Argumente werden vom Tisch gewischt, die Eltern vorgeführt."

Ein "Aufstocken" am Thomas-Gymnasium, wie von anderen Eltern ebenfalls gefordert, ist laut Schulz nicht möglich: "Dort sind Klassenräume kleiner, mehr als drei pro Jahrgangsstufe sind dort nicht drin."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014

Orbeck, Mathias

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