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Bildung Engpass in der Lessing-Grundschule - Eltern drängen auf Lösung der Platzprobleme
Leipzig Bildung Engpass in der Lessing-Grundschule - Eltern drängen auf Lösung der Platzprobleme
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21:54 28.11.2009
Die Situation in der Lessing-Grundschule spitzt sich zu. Für mindestens 60 Kinder fehlen mittlerweile Plätze. Die Zahl der Anmeldungen fürs neue Schuljahr reicht für sechs Klassen, die Kapazität lässt aber nur drei zu. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Deshalb wird über eine Systembau-Schule als Interimslösung nachgedacht. Nur eine geeignete Fläche gibt es derzeit noch nicht. Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) verspricht aber, eine Lösung zu finden.

„Bereits jetzt werden schon fünf erste Klassen im Gebäude untergebracht, was zu teilweise katastrophalen Zuständen geführt hat“, konstatiert SPD-Stadtrat Heiko Oßwald. So verfüge die Bildungsstätte in der Lessingstraße über keinen Kunst- und Musikraum mehr. Das Mittagessen müsse bereits im Schichtsystem eingenommen werden, zum Teil sogar auf dem Flur. Klassenzimmer werden doppelt genutzt, der Hort hat ebenfalls Raumprobleme. „Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht.“ Das sieht auch Schulleiterin Heike Hentschel so, die auf vielfältige Aktivitäten der Eltern verweist.

„Es muss endlich eine Lösung gefunden werden.“ Eltern gehen auf die Barrikaden, sie haben bereits Briefe und Petitionen geschrieben. „Uns geht es zunächst darum, dass eine Kapazitätsbegrenzung für das Gebäude festgelegt wird“, sagt Elternsprecherin Maria Faßhauer. Derzeit lernen 374 Kinder in der Schule, die ihrer Meinung nach für höchstens 320 ausgelegt sei. „Dabei ist absehbar, dass der Ansturm auf die Schule anhält.“ Auch Rechtsanwalt Klaus Füßer drängt auf eine Entscheidung: „Wir prüfen sogar, ob wir notfalls klagen.“

Oßwald schlägt vor, das Problem in zwei Schritten anzupacken. Kurzfristig wäre die Errichtung eines Gebäudes in Systembauweise denkbar. Später müsse aber eine dauerhafte Lösung her – ein Neubau im Waldstraßenviertel. Die SPD will daher beantragen, dass im Etat 2010 für die Container-Variante Geld eingestellt wird.

Das sieht Fabian derzeit gar nicht als Problem. „Schwieriger ist es, eine geeignete Fläche zu finden, auf der wir eine Systembauschule aufstellen können“, sagt er. Verworfen ist die Idee, den Schulhof zu nutzen. Das würde die Bewegungsfreiheit aller Schüler noch mehr einschränken. Inzwischen werden Flächen im Umfeld der Arena als Standort geprüft. Die Stadt will das Problem außerdem entschärfen, indem sie die Grenzen der Grundschulbezirke ändert. Wie berichtet, sollen die Lessingschule, die Édouard-Manet-Schule und die Schule am Floßplatz ab dem Schuljahr 2010/11 einen gemeinsamen Bezirk bilden. Eltern können ihre Sprösslinge dann an einer der drei Bildungsstätten anmelden. Wer dann entscheidet, wo das Kind eingeschult wird, ist noch völlig unklar. Darüber muss der Stadtrat ohnehin noch votieren. Fabian lässt derweil offen, ob eine vierte Grundschule erforderlich ist. „Derzeit sinken die Geburtenzahlen schon wieder. Das müssen wir genau beobachten.“ Ex-SPD-Stadtrat Manfred Rauer bringt eine weitere Variante ins Spiel. Er schlägt vor, für die Sportmittelschule einen Neubau hinzusetzen. Die teilte sich schon früher ihr Gebäude mit einer Grundschule in der Max-Planck-Straße. Letztere könnte reaktiviert werden. Ziel könnte es sein, einen sportorientierten Campus zu schaffen, der von einer Kindertagesstätte über die Grundschule bis hin zur Sportmittelschule und zum Gymnasium Angebote vorhält. Allerdings: Ob genügend Platz ist, scheint fraglich. Denn auf dem Gelände des ehemaligen Schwimmstadions ist bereits ein Sporthallenneubau vorgesehen.

Matthias Orbeck

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