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Entdeckung in Leipzig: Nachtfalter mit schaurigem Namen

Entdeckung in Leipzig: Nachtfalter mit schaurigem Namen

Ein Totenkopfschwärmer in der Leipziger Innenstadt? Der Nachtfalter lebt in viel heißeren Gefilden, in Afrika südlich der Sahara. In Europa kommt er nur an den südlichsten Küsten des Mittelmeeres und auf den mediterranen und kanarischen Inseln vor.

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Verwechslung ausgeschlossen: Anhand seiner totenkopfähnlichen Zeichnung ist dieser Schmetterling als Totenkopfschwärmer zu identifizieren.

Quelle: Dietmar Heyder

Leipzig. Im Sommer fliegt er als Wanderfalter aber gelegentlich weiter nach Norden, bis Nordeuropa und sogar Island. Dietmar Heyder hat ihn in der City gefunden.

Es gehört schon Glück dazu, so ein imposantes Tier in der freien Natur zu entdecken. Im Herbst führte mich ein Besuch in der Leipziger Innenstadt auch zum Uniriesen hin. Ich wollte dort nach toten Kleinvögeln sehen, die eventuell auf dem nächtlichen Herbstzug mit dem Gebäude kollidierten. Solche Unfälle sind nicht ungewöhnlich, besonders zu den Zugzeiten, wo die Nachtzieher durch das Licht oder die Fensterscheiben angelockt werden.

Die Suche blieb ergebnislos, bis ich auf dem Steinpflaster hinter einem Schaltkasten etwas entdeckte, was sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Es war zwar kein Vogel, aber etwas Bräunliches, was eher einer Fledermaus ähnelte. Neugierig angelte ich das "Etwas" hinter dem Kasten hervor und stellte fest, dass es sich um einen sehr großen, rindenfarbigen Falter handelte. Beim genaueren Hinsehen bemerkte ich, dass ich einen Totenkopfschwärmer vor mir hatte, der sogar noch lebte. So ein Tier kannte ich bisher nur aus der Literatur, aber aufgrund der unverwechselbaren Totenkopfzeichnung, die dem Schwärmer seinen Namen gibt, war ein Irrtum ausgeschlossen.

Um zu Hause einen Fotobeleg zu ­tätigen, nahm ich ihn mit, wobei er bei der Aufnahme in ein Tempotaschentuch aus seiner Starre erwachte und ein zirpendes Geräusch von sich gab. Auf dem Nachhauseweg besorgte ich mir noch in einem Laden eine ­kleine Schachtel, damit dem zerbrechlichen Tier kein Schaden zugefügt ­werden konnte. Zu Hause entnahm ich den Schwärmer, setzte ihn an einen Baumstamm und betrachtete ihn aus der Nähe. Aus einer gewissen ­Entfernung war er leicht mit Baumrinde zu verwechseln, nur Totenkopf-Zeichnung auf dem vorderen Teil der Oberseite ließ ihn als Lebewesen erkennen. Die Unterseite des Tieres und die hinteren Flügel waren leuchtend orangefarben und der Leib gebändert. Beeindruckend war die Spannweite von zehn Zentimetern der vorderen Flügel.

Der Totenkopfschwärmer gehört zu den Wanderfaltern, die aus Afrika und Südeuropa in unsere Breiten einwandern. Früher, als es noch ausgedehnte Kartoffelfelder gab, deren Kraut die Nahrung darstellte, war der Schwärmer relativ häufig anzutreffen, seltener dagegen an Liguster und Sommerflieder. Auch kam es gelegentlich vor, dass die Schwärmer den Bienenstöcken einen Besuch abstatteten, um sich an der süßen Kost zu laben. In den letzten Jahren sind die Nachweise nicht mehr so häufig.

Den Schwärmer habe ich dann seinem weiteren Schicksal überlassen und gehofft, dass er den Rückzug in sein Verbreitungsgebiet übersteht. Die Nächte waren zu diesem Zeitpunkt noch recht mild, jedenfalls war er am nächsten Tag verschwunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014

Dietmar Heyder

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