Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Entscheidung um Öffnungszeiten der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig steht bevor
Leipzig Bildung Entscheidung um Öffnungszeiten der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig steht bevor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:00 21.05.2013
Der Lesesaal der Nationalbibliothek. Quelle: Volkmar Heinz

Noch in dieser Woche werde Generaldirektorin Elisabeth Niggemann die entsprechenden Festlegungen treffen, kündigte der hiesige Bibliotheksdirektor Michael Fernau am Freitagabend bei einer Podiumsdebatte an, die von der Bürgerinitiative "Offene DNB" anberaumt worden war.

Das Protestbündnis, das maßgeblich vom Promovierendenrat und Studentenrat der Leipziger Uni getragen wird, fordert die Rückkehr zu den alten Öffnungszeiten in der Deutschen Bücherei. Ursprünglich hatte sie von 8 bis 22 Uhr offen. Im Februar war dann bekannt geworden, dass die DNB am Deutschen Platz im Zuge der Nutzungszeit-Harmonisierung mit dem Standort in Frankfurt/Main nur noch von 10 bis 22 Uhr zugänglich sein sollte. Wie berichtet, kam dann - nach einer Demonstration und Verhandlungen - ein Kompromiss zustande, nach dem ab1. März die Lesesäle von 9 bis 22 Uhr zugänglich waren. Ende Mai läuft diese Vereinbarung aus.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass sein Haus zwar die Rechts-, aber nicht die Fachaufsicht über die DNB habe und die Festlegung der Öffnungszeiten in der Befugnis der Generaldirektion liege. Allerdings sei er sicher, dass eine Lösung "im Dialog mit den Nutzern" im Sinne "eines größtmöglichen Konsens" gefunden wird.

Bei der Diskussionsrunde meinte Hagen Schölzel von der Bürgerinitiative (BI), aus seiner Sicht gebe es für die DNB durchaus organisatorische Spielräume, um zum alten Modus zurückzukehren und so vor allem den Bedürfnissen von Doktoranden und Kommilitonen mit kleinen Kindern Rechnung zu tragen. Diese seien familienbedingt ebenso auf eine Öffnung ab 8 Uhr angewiesen wie jene, die Nebenjobs und Studium in Einklang bringen müssten.

Parteiübergreifend bekam die BI während der Debatte Rückendeckung von den Leipziger Bundestagsabgeordneten Barbara Höll (Linke), Monika Lazar (Grüne), Thomas Feist (CDU) und Wolfgang Tiefensee (SPD). In einem von allen unterzeichneten Aufruf heißt es, die DNB sei als Archiv- und Arbeitsort ein unverzichtbarer Bestandteil des Bildungs- und Wissenschaftsstandortes Bundesrepublik und der Buchstadt Leipzig. Die Öffnungszeiten müssten benutzerfreundlich gestaltet und dürften nicht gekürzt werden. Namens der Stadt signierte Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) den Appell an die Generaldirektion und die DNB-Gremien. Fernau hatte zuvor erklärt, die Versorgungsdichte mit Bibliotheken in Leipzig sei hoch und die Nutzung der DNB in den Morgenstunden vergleichsweise gering. Auch habe in den letzten Jahren viel Personal abgebaut werden müssen.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - so der Tenor von Tiefensee, der vorschlug, bei einer täglich 14-stündigen Öffnung nicht mehr über die gesamte Distanz das komplette Serviceangebot vorzuhalten. Höll meinte angesichts des erfolgten millionenschweren Ausbaus der DNB-Infrastruktur, der Bund müsse durch eine angemessene personelle Ausstattung nun auch dafür sorgen, dass die Bücherei nicht noch mehr zur Archivbibliothek mit musealem Charakter werde. Mit zwei zusätzlichen Stellen wäre das Problem in Leipzig vom Tisch. "Die Öffnungszeiten sind das Schaufenster einer Bi-bliothek, wer da kürzt, setzt das falsche Signal", merkte Feist an. Und Lazar erklärte, die baulich stark modernisierte DNB lebe durch ihre Besucher und dürfe beider Nutzerfreundlichkeit keinen Staub ansetzen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Alarm bei zu starker Bauwerksbelastung: Zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft haben Forscher der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) eine optische Messmethode entwickelt, die vor einer möglichen Einsturzgefahr bei Gebäuden warnt.

17.05.2013

n Sachsen werden zum kommenden Schuljahr 257 neue Lehrerstellen geschaffen. Damit steigt dann die Zahl der Stellen auf 27.488, wie das Kultusministerium am Freitag in Dresden mitteilte.

17.05.2013

30 Euro für Kopien und Arbeitshefte pro Kind in Grundschulen, Mittelschulen und Gymnasien gab die Stadt Leipzig fürs aktuelle Schuljahr aus. Nach einem Gerichtsbeschluss müssen Eltern die Kosten nicht mehr selbst tragen.

16.05.2013
Anzeige