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Bildung Entstehung von Gebärmutterhalskrebs geklärt - Leipziger Forscher gelingt Durchbruch
Leipzig Bildung Entstehung von Gebärmutterhalskrebs geklärt - Leipziger Forscher gelingt Durchbruch
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19:16 07.02.2014
Leipziger Forscher haben eine wichtige Entdeckung zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gemacht. Foto: Monique Wüstenhagen Quelle: dpa
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Leipzig

Dass sie Gebärmutterhalskrebs verursachen können, sei schon lange bekannt, hieß es. Wie das Virus aber die Zellregulation durcheinander bringt, daran forschen Leipziger Wissenschaftler der Abteilung Molekulare Onkologie um Professor Kurt Engeland und Doktor Martin Fischer.

Damit sich eine Zelle teilen könne, müssten bestimmte Gene aktiv sein. „Diese werden in normalen Zellen streng reguliert und nur dann benutzt, wenn eine Zellteilung für den Organismus sinnvoll ist", erklärt Engeland. „Die Nutzung der Zellteilungsgene wird durch die Bindung eines Proteinkomplexes namens Dream gesteuert. Diese Bindung verhindert die Zellteilung so lange, bis es für den Organismus angebracht ist, eine Zelle zu zwei Tochterzellen werden zu lassen." Im Fall einer Virusinfektion durch HPV werde in der Zelle das Protein E7 hergestellt.

Engeland, Fischer und ihre Team haben nun herausgefunden, „dass dieses E7-Protein die Bindung des Dream-Komplexes an den Zellgenen zerstört". „Dadurch werden diejenigen Gene zur Nutzung freigegeben, die eine Zellteilung fördern. Die Zellen teilen sich leichter, wodurch sich das Virus schneller ausbreiten kann und so ein zentraler Schritt zur Krebsentstehung zugelassen wird", sagt der Professor. Dieser Mechanismus sei nicht nur für Gebärmutterhalskrebs von Bedeutung. Er spiele auch bei anderen, durch HPV-Infektionen hervorgerufenen Tumorarten eine Rolle: zum Beispiel am Anus, im Genitalbereich beider Geschlechter oder im Hals-/Rachenraum. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Leipziger Forscher jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Nucleic Acids Research".

A. Rau

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