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Bildung Europapolitik ganz nah - Schüler werfen Blick auf die großen Fragen der Integration
Leipzig Bildung Europapolitik ganz nah - Schüler werfen Blick auf die großen Fragen der Integration
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23:59 14.05.2015
Die Ministerin für Integration und Gleichstellung, Petra Köpping (SPD), stellte sich den Fragen der Schüler (Archivfoto). Quelle: Stephan Lohse
Leipzig

Rektorin Petra Seipel hofft auf einen regen Dialog und großes Interesse. Denn am bereits 9. EU-Projekttag soll es um zentrale Themen gehen, die in der Europäischen Union von aktueller Brisanz ist: Flüchtlingspolitik und Integration. Weitere Schulen haben im Raum Leipzig an diesem Projekt teilgenommen, darunter auch die Erich-Zeigner-Grundschule, die von Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) besucht wurde.

Die Schüler lauschen aufmerksam, als die Schulleiterin Seipel zu Beginn das Wort ergreift. "Als eine Schule mit internationaler Ausrichtung freuen wir uns sehr über diese Chance", erklärt sie und macht darauf aufmerksam, dass das Gymnasium Teil des deutsch-französischen Bildungsprogramms "Franz" ist. "Sprache verbindet. Kultur vermittelt. Bildung vereint" lautet hier das Credo. Passende Schlagworte - gerade in puncto Integration. Ministerin Köpping ist an diesem Morgen vor allem dafür da, sich den Fragen der Jugendlichen zu stellen.

Knapp und verständlich schildert sie, wie sich die Anforderungen im Bereich Integration in den letzten Jahren gewandelt haben und macht deutlich: "Das Ministerium für Integration ist erst im letzten Jahr intensiver in den Fokus gerückt. Davor hat es Integration in der Form nicht gegeben. Man ist hier angekommen und war weitestgehend auf sich alleingestellt." Deutliche Worte, die aufzeigen, wie viele Baustellen es noch zu bewältigen gibt. Auch den Schülern scheint dies bewusst, denn die Fragen aus der Runde sind von Anbeginn kritisch. Zum Beispiel stellt eine Schülerin fest, dass es oft nicht an der mangelnden Hilfsbereitschaft der Deutschen liege, Integration zu unterstützen - oftmals wisse man nur einfach nicht, wie man helfen könne und an wen man sich denn wenden solle. Eine andere Schülerin hakt nach, woher auf einmal das ganze Geld komme, um Flüchtlinge "interkulturell zu bilden", um Köppings Wortwahl zu folgen. Es ist spürbar, dass den Jugendlichen noch viele Fragezeichen im Kopf schwirren und sie das Thema bewegt. Integration also ein klares Reizthema.

Die Ministerin ist begeistert: "Junge Menschen sind sehr neugierig und offen, das habe ich auch hier gemerkt. Ich schätze die Unvoreingenommenheit der Jugend sehr." Die Jungen wollen helfen oder etwas ändern, finden mit ihrer Meinung vor allem bei den Älteren oft nur schwer Gehör, erklärt sie weiter. Am Schluss suchen sogar zwei Schülerinnen das direkte Gespräch zur Ministerin. Sie wollen eine Schulinitiative auf den Weg bringen, die vor allem Flüchtlingskinder unterstützen soll. Es geht ihnen dabei um das Recht auf Bildung - für jedermann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2015

Lisa Schliep

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