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Bildung Experten vom Leipziger Max-Planck-Institut testen Affen: Bonobo-Weibchen sind frühreif
Leipzig Bildung Experten vom Leipziger Max-Planck-Institut testen Affen: Bonobo-Weibchen sind frühreif
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23:59 15.08.2014
Leipzig

Verena Behringer und ihre Kollegen maßen die Testosteron-Konzentration im Urin bei 139 männlichen und weiblichen Schimpansen sowie bei 112 Bonobos beiderlei Geschlechts. Die Probanden waren in verschiedenen Zoos heimisch.

 

Aus einem sprunghaften Ansteigen des Testosteron-Spiegels lässt sich die einsetzende Geschlechtsreife und damit der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenendasein ablesen. Aus biologischer Sicht gilt die Pubertät als Startschuss für das Rennen um die erfolgreiche Weitergabe der eigenen Gene an die nächste Generation.

Und der fällt bei den Bonobo-Mädchen wesentlich früher als bei den Schimpansinnen. Wie die Untersuchung offenbarte, beginnen die weiblichen Bonobos bereits mit fünf Jahren flügge zu werden. Ihre Schimpansen-Kolleginnen sind da Spätzünder. Erst mit acht bis neun Jahren setzt bei ihnen die Pubertät ein. Bei den Männchen beider Arten zeigten die Testosteron-Messungen, dass sie sich um den achten Geburtstag herum von der Kindheit verabschieden.

Warum die Bonobo-Weibchen schon so früh zu Teenagern werden, könnte verschiedene Ursachen haben. "Mögliche Vorteile sind ein größerer Aktionsradius bei der Suche nach einer neuen Gruppe und mehr zeitlicher Spielraum, um soziale Erfahrungen zu sammeln und ihre Sexualität zu entwickeln", erklärt Verena Behringer. Hintergrund: Bonobos lösen viele Konflikte durch Versöhnungssex.

Gleich ist den Bonobo- und Schimpansenweibchen, dass sie mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife ihre angestammte Gemeinschaft verlassen, sich einer anderen Gruppe anschließen und durch ihren Sexappeal die dortigen Männchen auch als Beschützer locken. "Eigentlich wäre durch die frühe Pubertät der Bonobo-Weibchen zu erwarten, dass sie auch eher als die Schimpansinnen Nachwuchs zur Welt bringen", meint Behringer, "aber das scheint nicht der Fall zu sein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.08.2014

Mario Beck

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