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Bildung Fabian unter Druck: Bürgermeister muss sich um neue Schulen kümmern
Leipzig Bildung Fabian unter Druck: Bürgermeister muss sich um neue Schulen kümmern
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14:06 19.05.2015
Blick in eine Klasse des Louise-Otto-Peters-Gymnasiums Connewitz. Es gehört zu den neueren Schulen. Weitere müssen entstehen, um den steigenden Bedarf zu decken. Quelle: Kempner

Aber wie ist das eigentlich mit Schulen? Zusätzliche Gebäude zu bauen, ist teurer, komplizierter und vor allem langwieriger. Viele Eltern befürchten, dass die Kommune die Entwicklung verschläft, nicht rechtzeitig die Weichen stellt. Das weist Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) auf LVZ-Anfrage von sich. "Natürlich haben alle Prognosen der vergangenen Jahre die Entwicklung unterschätzt. Leipzig ist in Bezug auf die Einwohnergröße die am schnellsten wachsende Stadt in Deutschland", betont er.

Mit 6241 Babys habe sich der Anstieg der Geburten 2014 nochmals beschleunigt. Hinzu kommt der enorme Zuzug von Familien mit Kindern zwischen 6 und 17 Jahren (siehe Grafik). Bis 2009 haben eher die Wegzüge überwogen. Die Kommune geht davon aus, dass dieser Trend stabil bleibt - mit kleineren Stagnationen. Der Druck, zusätzliche Unterrichtsräume zu schaffen, ist riesig. Bis zur Sommerpause will Fabian dem Stadtrat einen überarbeiteten Schulentwicklungsplan vorlegen, der die Weichen für die Zukunft stellt und konkrete Bauprojekte bis 2025 festzurrt.

2025 wird mit mindestens 800 Erstklässlern mehr als derzeit gerechnet. Momentan gibt es 15 326 Mädchen und Jungen, die eine der 713 Klassen in kommunalen Grundschulen besuchen. Hinzu kommen 87 Klassen bei freien Trägern sowie in Trägerschaft des Freistaates. Wie viele Schulen zusätzlich notwendig sind, kann Fabian nicht exakt beziffern. Das liegt daran, dass verschiedene Maßnahmen parallel greifen sollen. Dazu gehören die stärkere Auslastung bestehender Gebäude nach diversen Baumaßnahmen, die Bildung gemeinsamer Schulbezirksgrenzen bei Grundschulen sowie Reaktivierung und Neubau von Gebäuden. "Die nächsten beiden Jahren müssen wir uns darauf konzentrieren, den notwendigen Planungsvorlauf zu schaffen."

Wie berichtet, sind etliche Projekte im Bau - etwa das Gymnasium Schönefeld. Weitere wie das Gymnasium Telemannstraße sowie der Ausbau des von der Uni genutzten Hauses Karl-Heine-Straße 22 b sind beschlossene Sache. Zusätzliche Gymnasien sollen perspektivisch im Leipziger Osten an der Ihmelstraße - wobei auf dem Areal eine Oberschule Vorrang hat - sowie auf dem Gelände des ehemaligen Bayerischen Bahnhofs entstehen.

Dringend ist vor allem der Ausbau der Grundschulen - darunter das ehemalige Haus der Pablo-Neruda-Grundschule, die inzwischen einen Neubau bezogen hat. Das wird zusätzlich für Grundschüler aus dem Süden benötigt - ebenso wie das leerstehende Haus der "3." an der Bernhard-Göring-Straße. Der Gebäudeteil Weißenfelser Straße der Erich-Zeigner-Grundschule in Plagwitz wird saniert, zusätzlich entsteht ein Neubau auf dem ehemaligen Jahrtausendfeld an der Karl-Heine-Straße. Als Oberschule wird das Gebäude Opferweg reaktiviert, am Adler - dort teilen sich Grund- sowie Oberschule ein Gebäude - wird eine Lösung gesucht. Das Schulgebäude in der Ratzelstraße 26 wird ebenfalls für eine Oberschule saniert.

"Um weitere Modernisierungen umzusetzen und Neubauten anzuschieben, nutzen wir einige Häuser weiterhin als Ausweichquartier", so Fabian. Das betrifft das Interim Löbauer Straße ebenso wie das leerstehende Haus der Alfred-Kästner-Grundschule in Gohlis. Dort werden ab Sommer Fünftklässler eingeschult, die später ins Gymnasium Telemannstraße umziehen. Sobald die Sportoberschule in den Neubau Goyastraße gezogen ist, wird ihr jetziges Haus an der Max-Planck-Straße für die 5. Grundschule hergerichtet.

Der Entwurf des Schulentwicklungsplans wird - sobald er vorliegt - mit der Öffentlichkeit diskutiert. Für den Schulausbau muss der Rat viel Geld hergeben. "Ich schließe aber nicht aus, dass wir auch auf Investoren zurückgreifen müssen, die uns ein Gebäude bereitstellen", so Fabian. "Im Falle des Technischen Rathauses funktioniert das ja auch. Das muss aber im Stadtrat besprochen werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.02.2015
Orbeck, Mathias

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