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Bildung Facebook: Leipziger Schüler verzichten eine Woche auf Likes und Posts
Leipzig Bildung Facebook: Leipziger Schüler verzichten eine Woche auf Likes und Posts
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01:00 19.11.2013
Clara Kirst (links) und Yasmin Krenz verzichteten im Selbstversuch eine Woche auf das soziale Internet-Netzwerk Facebook. Quelle: André Kempner

Sieben Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren haben den Selbstversuch unternommen. Sie verzichteten eine Woche auf Facebook. Keine Likes (Gefällt-mir-Funktion für andere Veröffentlichungen) und Posts (eigene Beiträge).

Nicht nur sich selbst, auch ihrem Umfeld wollten sie beweisen, dass es auch ohne geht. Das Medienforschungsinstitut Uniqma aus Leipzig begleitete sie in allen Phasen des Experiments. "Die Jugendlichen erlebten während der Zeit ein Wechselbad der Gefühle", so Projektleiterin Franziska Pannier. Wie beim Fasten war aller Anfang schwer. "Schon morgens nach dem Aufstehen war der Drang da, direkt zum Handy zu greifen. Ich habe mich aber schnell dran gewöhnt", erzählt Teilnehmerin Yasmin Krenz (14) aus dem Musikerviertel ihre Erfahrungen. "Während der Woche war's kein Problem, der Sonntag war aber schlimm", fügt ihre Freundin Clara Kirst (16) aus Gohlis hinzu. Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd, Jugendliche vermissen Facebook vor allem dann, wenn ihnen langweilig ist. Trotz aller sinnvollen Anwendungen, welche Facebook bietet, ist es vor allem ein Mittel, um Zeit totzuschlagen. "Beim Warten auf den Bus habe ich stattdessen Löcher in die Luft gestarrt", erzählt Yasmin.

Facebook löschen? Die App ist auf vielen Smartphones vorinstalliert. Selbst wenn man versucht, sich auszuklinken, ruft es sich per E-Mail in Erinnerung. "Es kostet ganz schön viel Kraft, dem zu widerstehen", so Yasmin. Geschäftsführer Andreas Czaplicki meint dazu: "Zu Beginn unseres Experiments haben wir gefragt: Was machen die Jugendlichen mit Facebook? Aber es muss heißen: Was macht Facebook mit den Jugendlichen?" In welchem Ausmaß, die jungen Menschen das soziale Netzwerk nutzen, war den Beteiligten vorab nicht klar. "Ich bin am Tag drei bis vier Stunden bei Facebook", gibt Clara zu. Häufig geht das beim Aufstehen los. Abends im Bett werden zum letzten Mal die Neuigkeiten gecheckt.

Facebook zu verteufeln, findet Czaplicki trotzdem nicht richtig: "Die sogenannte Sucht wird häufig etwas überbewertet. Es ist schnell, kostenlos und häufig das einzige Kommunikationsmittel."

Die sieben Jugendlichen haben sich vorgenommen, das Soziale Netzwerk künftig bewusster zu nutzen. Fast ein bisschen enttäuscht waren sie nach dem Ende der Studie. "Bei Facebook hatte sich überhaupt nichts getan", so Clara. "Als kommt man aus dem Urlaub zurück und es ist alles wie zuvor." Bei einem nächsten Projekt zum Thema "Ein Monat ohne Facebook" würden zumindest Yasmin und Clara teilnehmen. Dann hätten sie aber gerne einen Pausentag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.11.2013

Katharina Ott

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