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Bildung Fahrraddemo durch Leipzig: Studenten empören sich über Stellenkürzungen an der Uni
Leipzig Bildung Fahrraddemo durch Leipzig: Studenten empören sich über Stellenkürzungen an der Uni
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20:57 12.02.2014
Studentische Fahrraddemo gegen die Kürzungen an der Uni auf dem Augustusplatz in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die zwölf Kilometer lange Tour führte an Einrichtungen vorbei, die auf der Streichliste stehen.

Von der Polizei eskortiert, wurden die Institute für Theaterwissenschaft und für klassische Archäologie in der Ritterstraße sowie das Institut für physikalische und theoretische Chemie in der Linnéstraße angesteuert, wo eine Professur wegfallen soll. Mobil gemacht wurde durch den Uni-Studentenrat (Stura), der auch jenseits der Campusgrenzen auf die Problematik aufmerksam machen will.

„Wir wollen im öffentlichen Raum zeigen, dass wir eine Bewegung sind und dass es nicht nur um uns geht“, erklärte Kerstin Schmitt vom Stura. So seien auch künftige Studierende betroffen. Der Protest richte sich an das Rektorat, vor allem aber an die Landesregierung. „Wir fordern das Wissenschaftsministerium auf, die Kürzungen zurückzuziehen“, so Schmitt.

In dem Korso radelte Julia Geyer mit. „Es kann nicht sein, dass in einem so reichen Land wie Deutschland an der Bildung gespart wird“, regte sich die 24-Jährige auf, die eine Warnweste übergestreift hatte. Die angehende Dolmetscherin berichtete, dass auch an ihrem Institut schon gekürzt wurde. Auch Joachim Rautenberg machte seiner Empörung Luft. Dem 20-Jährigen gehe es vor allem um die schwindende Fächervielfalt. „So entfernt man sich immer weiter vom Humboldtschen Bildungsideal, das autonome Individuen und Weltbürger hervorbringen soll“, kritisierte der Philosophiestudent. „Mit der Rad-Demo erzeugen wir Aufmerksamkeit.“

Laut Stura werden weitere Aktionen gegen die Rotstift-Politik im Hochschulbereich folgen. In der vorlesungsfreien Zeit arbeitet ein eigens eingerichteter Arbeitskreis an einem Protestplan, der bis zu den Landtagswahlen am 31. August reichen soll.

Felix Forberg

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