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Bildung Fehlende Feuertreppe in Gohliser Grundschule: Kinder dürfen nach dem Unterricht nur ins Erdgeschoss
Leipzig Bildung Fehlende Feuertreppe in Gohliser Grundschule: Kinder dürfen nach dem Unterricht nur ins Erdgeschoss
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14:17 04.09.2012
Im Hort dürfen die Kinder der Karl-Liebknecht-Schule nur das Erdgeschoss nutzen. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Als Schüler am Vormittag dürfen sie dagegen das ganze Haus nutzen.

Wenn das letzte Pausenklingeln des Tages verklungen ist, sind die beiden Obergeschosse des Gebäudes an der Heinrich-Mann-Straße für die 300 Kinder tabu. Was am Vormittag noch problemlos ist, wird am Nachmittag zum Ärgernis. Wegen einer fehlenden Feuerleiter ist der Brandschutz mangelhaft. Was für Außenstehende schwer zu verstehen ist, hat seine Ursache in verschiedenen Vorschriften.

Nora Griebenow vom Leipziger Jugendamt bringt Licht ins Dunkel. „Das Betreiben einer Schule und eines Hortes basiert auf unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen“, erklärt sie.

Während für den Schulbetrieb die Stadt zuständig ist, entscheiden über den Hort das Sächsische Sozialministerium und das Landesjugendamt. Die Behörde des Freistaates ist laut Griebenow durch einen Antrag des Hortträgers auf den fehlenden Fluchttweg aufmerksam geworden.

Die Zahl der betreuten Kinder sollte im vergangenen Jahr erhöht und die dafür benötigte Betriebsgenehmigung erweitert werden. Das Landesjugendamt, so Griebenow, stellte dabei fest, dass der Brandschutz nicht ausreicht und erteilte nur eine Erlaubnis für das Erdgeschoss. Weil die Behörde aber nur für den Hort zuständig ist, schränkte ihr Bescheid den Schulbetrieb nicht ein. Andere Institutionen wurden auf den Missstand nicht aufmerksam. Der Unterricht lief damit weiter wie gewohnt – auf drei Etagen.

Ein Ende der Ungleichbehandlung ist jetzt aber in Sicht. Der zweite Rettungsweg am Seitenflügel des Gebäudes soll noch in diesem Jahr angebracht werden. „Die Vorbereitungen laufen bereits“, so Griebenow. Nach der Fertigstellung könnten die Hortkinder zusätzlich in weiteren Klassenräumen im ersten Obergeschoss betreut werden.

Das Schulhaus wurde Anfang der 1960er Jahre errichtet. Von 2009 bis 2011 wurde der Gebäudekomplex energetisch saniert. Seit diesem Jahr folgten Investitionen in den Brandschutz in Höhe von etwa 500.000 Euro. Die Umbauten sollen im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Bis auf die noch fehlende Rettungstreppe hätten die Modernisierungsmaßnahmen jedoch keinen Einfluss auf die Nutzung des Hauses durch Schule und Hort, sagte Griebenow.

Robert Berlin

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