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Fehlende Lüftung sorgt für schlechte Gerüche in Mensa im Engelsdorfer Gymnasium

Fehlende Lüftung sorgt für schlechte Gerüche in Mensa im Engelsdorfer Gymnasium

Es stinkt zum Himmel im Engelsdorfer Gymnasium. Ein Umstand, der nichts mit den Leistungen des aktuellen Abiturjahrgangs oder des engagierten Lehrkörpers zu tun hat, sondern mit den unangenehmen Gerüchen, die aus dem Keller aufsteigen.

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Im Keller und dann auch noch im unmittelbaren Geruchsfeld der Schülertoiletten: die Mensa des Engelsdorfer Gymnasiums.

Quelle: André Kempner

Leipzig/Engelsdorf. Ausgerechnet dort, in unmittelbarer Nachbarschaft zum einzigen Toilettentrakt der Bildungseinrichtung, befindet sich der fensterlose Speiseraum für die Schüler. Dem Elternrat schmeckt das ganz und gar nicht.

Das Problem bei dieser recht eigenwilligen innenarchitektonischen Konstellation: Es gibt keine Lüftung. So mischt sich der Duft von Kartoffelsuppe mit jenem, der aus dem stillen Örtchen entweicht. Auf alle Fälle eine höchst unappetitliche Gemengelage.

"Wir sind nicht bereit, diese für unsere Kinder unzumutbare Situation länger hinzunehmen, die Mensa muss raus dem Keller", so Birgit Habelt, die Vorsitzende des Elternrates. Mitglieder des Gremiums traten jüngst in großer Besetzung im Engelsdorfer Ortschaftsrat auf, um auf diesen Missstand öffentlich aufmerksam zu machen und die Unterstützung der Beiräte für eine schnelle Änderung zu erwirken. Dabei erfuhren die Abgeordneten und Zuhörer, dass mehr als 200 Mädchen und Jungen der Ganztagsschule am Mittagessen teilnehmen. "Der Speiseraum verfügt aber nur über 70 Plätze, so dass in der großen 40-minütigen Pause die Schüler quasi im Schichtsystem und Schnelldurchlauf ihr Mahl zu sich nehmen", offenbarte die Sprecherin des Elternrates. Allein dies sei schon ein unhaltbarer Zustand - von den störenden Gerüchen ganz zu schweigen.

Von einer Interimslösung war einst die Rede, bis ein neuer Speiseraum geschaffen sei. Doch beim Interim ist es bis heute geblieben. "Im zurückliegenden Schuljahr hat das Gymnasium die Situation zu entspannen versucht, indem es Klassenräume in den Pausen für die Einnahme des Essens öffnete", sagte Birgit Habelt. Doch dies entsprach weder den gesetzlichen Kriterien noch den Mindestforderungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG), erst recht nicht den herkömmlichen Qualitätsstandards.

Der gegenwärtige Essensanbieter möchte eine Frische-Theke und eine Salatbar zusätzlich zum Mittagessen anbieten, an denen sich die Schüler selbst bedienen können. Aber unter den gegebenen Räumlichkeiten sei dies nicht machbar. Hinzu komme, dass die Mädchen und Jungen der 5. bis 10. Klassen, die am Ganztagsunterricht teilnehmen, vor 16 Uhr das Schulge-lände nicht verlassen dürfen, sich also ausreichend mit Verpflegung eindecken müssten.

"Für uns geht an einem Neubau für einen Speisesaal, der diesen Namen verdient, kein Weg vorbei", urteilte denn auch Ortsvorsteherin Annemarie Opitz (parteilos). Beirat Volker Zocher (Bürgerinitiative Pro Engelsdorf) betonte, dass das marode Nebengebäude am Haus 1 des Gymnasiums für einen Ausbau ohnehin nicht infrage komme. "Hier hat man einst Elemente eines ehemaligen Rinderoffenstalles verwendet", verriet Bernhard Brand (Die Linke). Der Ortschaftsrat beschloss, Vertreter des Amtes für Familie, Jugend und Bildung, der Leitung des Gymnasiums sowie des Elternrates in der März-Sitzung des Gremiums zu Wort kommen zu lassen, um schnellstmöglich eine Lösung zu finden.

Allerdings lassen erste Signale aus dem Leipziger Amt keine allzu große Euphorie zu. "Mittelfristig ist für einen Mensa-Neubau in Engelsdorf keine Finanzierung eingeplant", bedauerte Abteilungsleiter Thomas Kuhnert. Und mittelfristig heiße bis 2017.

Oder geht am Ende doch was? Unterdessen wurde bekannt, dass am heutigen Freitag Rathausmann Kuhnert mit Gymnasiumsleiterin Anke Polte und Ortsvorsteherin Opitz an Ort und Stelle zusammenkommen will, um doch noch einen schnelleren Weg aus der Misere zu finden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014

Günther Gießler

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