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Bildung Festplatte im Kopf: Leipzigs Roboter-Kicker wollen WM-Titel
Leipzig Bildung Festplatte im Kopf: Leipzigs Roboter-Kicker wollen WM-Titel
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12:41 08.06.2018
Die Leipziger Informatik-Studenten Daniel Weiß und Marvin Jenkel mit ihren Fußball-Robotern. Quelle: dpa
Leipzig

Wenn „Die Mannschaft“ von Jogi Löw in Moskau ihr erstes Spiel der Fußballweltmeisterschaft bestreitet, werden auch im 7000 Kilometer entfernten Montreal die Daumen für einen WM-Titel gedrückt. Beim RoboCup 2018, der Weltmeisterschaft der intelligenten Roboter, rechnet sich das Studententeam der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig mit seinen Fußballmaschinen reelle Chancen aus. „Wir sind Deutscher Meister. Man muss nur ganz fest daran glauben“, sagte Informatikstudent Daniel Weiß (21). Zusammen mit sieben anderen Mitgliedern des „Nao“-Teams der HTWK fliegt er am 15. Juni nach Kanada.

Im Gepäck haben sie neun kleine weiß-graue Roboter, die auf einem Kunstrasenfeld einem Ball nachjagen werden. Wie sie das machen - wie sie laufen, wie sie das Tor erkennen, wie sie schießen -, haben ihnen die Studenten beigebracht. Die Software, die aus den Robotern Fußballer macht, steckt in einer Festplatte im Kopf der Maschinen.

Das Studententeam der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) fährt mit neun Roboter-Fußballern nach Kanada, und erhofft sich bei der WM der intelligenten Roboter einen Fußball-Titel.

Beim Roboter-Fußball gebe es immer wieder neue Herausforderungen, sagte Weiß. Zum Beispiel werde noch nicht lange auf Kunstrasen gespielt. Früher war es grüner Filz. Auf dem Kunstrasen sinken die Roboter ein wenig ein - und können dabei leicht aus dem Tritt geraten. Neuerdings werde auch nicht mehr nur unter Kunstlicht gespielt. Sonne und Wolken, Licht und Schatten seien für die Roboter jedoch „ein anspruchsvolles Problem“.

All die Hürden müssen die Informatik-Studenten jedoch meistern, wenn sie sich dem ehrgeizigen Ziel des RoboCups annähern wollen: 2050 sollen die Maschinen so fit sein, dass sie den amtierenden Fußballweltmeister schlagen können. Laut RoboCup Federation wurde das Ziel festgelegt, nachdem 1997 der Schachcomputer Deep Blue den amtierenden Weltmeister Garri Kasparow geschlagen hatte.

Parallelen zum menschlichen Fußball gibt es bei den Maschinen einige. Es könne Verletzte geben, sagte Prof. Klaus Bastian, der die Studenten betreut. Auch werde während eines Turniers ständig an der Taktik gefeilt. „Das ist wie bei Jogi Löw.“ Allerdings sei der Konkurrenzgedanke nicht so ausgeprägt wie bei Neymar, Neuer & Co. Es gehe vielmehr offen und kollegial zu. Bastian: „Das ist ein Vergleichstest für Künstliche-Intelligenz-Software.“

Von LVZ