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Bildung Filigranarbeit am Relief-Koloss im Leipziger Antikenmuseum
Leipzig Bildung Filigranarbeit am Relief-Koloss im Leipziger Antikenmuseum
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13:23 11.10.2016
Kustos Hans-Peter Müller (rechts) und Restaurator Bernhard Gutmann an dem rund vier mal zwei Meter großen Gipsabguss des Beutereliefs in Antikenmuseum der Uni. Quelle: Grit K. Friedmann
Leipzig

Vom 11. Dezember an soll der generalüberholte Relief-Koloss mit einer Größe von zirka vier mal zwei Metern dann erstmalig in Frankfurt am Main in einer Ausstellung des Jüdischen Museums zu sehen sein.

Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun für den Berliner Restaurator Bernhard Gutmann, der in filigraner Arbeit dem monströsen Objekt zu alter Pracht verhilft.

 "Nach seiner behutsamen Restaurierung erlaubt der Abguss einen authentischen Eindruck des einzigartigen Reliefbildes, wie er heute am Original in Rom nicht mehr möglich ist", erklärt der Kustos des Antikenmuseums Hans-Peter Müller. Seit seiner Herstellung um 1900 sei durch den fortschreitenden Verfall der Bausubstanz im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts viel von der Marmoroberfläche des Reliefs irreversibel zerstört worden. Am Verlust originaler Substanz habe aber nicht nur die Umweltverschmutzung ihren Anteil, sondern auch die Reduzierung verwitterter Marmoroberfläche im Zuge von Restaurierungen.

 "Der eigentliche Charakter des Reliefs, das zu den Höhepunkten des sogenannten flavischen Barocks zählt, kann daher nur noch an älteren Fotografien und an den wenigen historischen Gipsabgüssen in archäologischen Universitätsmuseen studiert werden", so Müller weiter. In der bis zum 10. Mai 2015 in Frankfurt gezeigten Ausstellung "Im Licht der Menora - jüdisches Leben in der römischen Provinz" wird der Leipziger Gipsabguss eines der zentralen Exponate darstellen. Das an der Südwand des Tordurchganges des Titusbogens, dem ältesten erhaltenen Triumphbogen der antiken Stadt Rom, angebrachte Relief zeigt einen Ausschnitt der Triumphzeremonien anlässlich der Niederschlagung eines Aufstandes der Judäer und der Eroberung Jerusalems im Jahre 70 nach Christus. Im Triumphzug werden Beutestücke aus dem Jerusalemer Tempel mitgeführt, darunter auch die legendäre goldene Menora, der siebenarmige Leuchter, eines der wichtigsten Symbole des Judentums.

 Nach dem Ende der Frankfurter Exposition wird das Beuterelief nach Leipzig zurückkehren, in die Gipsabguss-Sammlung der Uni integriert und steht damit als eines der wichtigsten Beispiele römischer Reliefkunst für Lehre und Forschung am Institut für klassische Archäologie wieder zur Verfügung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.08.2014

Katrin Henneberg

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