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Bildung Forscher der Uni Leipzig schauen Kindern tief in die Augen
Leipzig Bildung Forscher der Uni Leipzig schauen Kindern tief in die Augen
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23:59 04.07.2014
Im Rahmen des Life-Child-Projektes werden jetzt an der Uni auch Sehfehler und die Augenentwicklung bei Kindern untersucht. Quelle: liefe

"Jetzt vervollständigen wir das multidisziplinäre Profil von Life-Child durch den wichtigen Themenbereich Auge und Sehen", erklärte Professor Wieland Kiess, der Direktor der Uni-Kinderklinik. "Unser zentrales Ziel ist ja eine ganzheitliche Sicht - sowohl auf das gesunde Heranwachsen von Kindern, als auch auf das Entstehen von Krankheiten."

Das wissenschaftliche Interesse, dem Nachwuchs nun intensiver in die Augen zu schauen, basiert auch auf einem alarmierenden Trend: Sehfehler wie Kurz- oder Weitsichtigkeit kommen immer häufiger bei Kindern- und Jugendlichen vor. "Je früher die Fehler erkannt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sie mit der richtigen Brille korrigieren zur können", sagte Franziska Rauscher von der Uni-Augenklinik. Gemeinsam mit dem Chef der Studienambulanz, Andreas Hiemisch, hat sie konzipiert, welchen Fragestellungen mit welchen Methoden nachgegangen wird. Zum Einsatz kommen unter anderem präzise Messgeräte zum Bestimmen der Sehschärfe, der Linsen- und Hornhautdicke sowie der Augenlänge. Herausfinden lässt sich so sehr schnell, ob eine Brille nötig ist oder die vorhandene die richtige Stärke hat.

In der zweiten Jahreshälfte soll die Studie starten. Einbezogen werden Kinder ab drei Jahren. Die Fachleute versprechen sich davon auch repräsen- tative Aussagen über die Häufigkeit, Verteilung und Korrektur von Fehlsichtigkeiten beim Nachwuchs. Deutschlandweit gibt es dazu noch keine genauen Angaben. Professor Peter Wiedemann, der die Uni-Augenklinik leitet, hofft im Zusammenhang mit dem Vorhaben, dass langfristig die individuelle Entwicklung von Fehlsichtigkeiten besser vorhersagbar wird. Deren Ursachen seien vielfäl- tig, meinte Wiedemann. Neben der Genetik würden auch äußere Faktoren wie Lebensstil und Umweltbedingungen eine Rolle spielen. "Wir wollen das Zusammenspiel der verschiedenen Einflussgrößen nachvollziehen und besser verstehen."

Life-Child gehört zum Großprojekt Life an der Uni, bei dem Zivilisationskrankheiten auf den Grund gegangen wird. Zentraler Anlaufpunkt ist dabei die Studienambulanz im Roten Haus in der Phillip-Rosenthal-Straße. Für kommenden Mittwoch hat sich dort Oberbürgermeister Burkhard Jung angesagt - nicht als Proband, sondern um sich über das Gesamtvorhaben und die Details zu informieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2014

Mario Beck

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