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Bildung Funkelnde Grüße aus der Polarnacht
Leipzig Bildung Funkelnde Grüße aus der Polarnacht
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00:17 27.08.2016
Von Polarlichtern illuminiert – die Neumayer-Antarktisstation. Der Leipziger Thomas Schäfer gehört dort zum Überwinterungsteam und filmte das Himmelsschauspiel. Quelle: Marcus Heger
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Leipzig

„Beste Grüße, eure Neumayer-Üwis“ – was die Überwinterer auf der Antarktisstation „Georg von Neumayer“ erleben, verbreiten sie über den Internetblog Atkaxpress. Zum Team, das 14 Monate lang im ewigen Eis ausharrt und sich online aus 14 000 Kilometern Entfernung zu Wort meldet, gehört der Leipziger Thomas Schäfer. Als Luftchemiker betreut der 35-Jährige am anderen Ende der Welt das Spurengas-Observatorium der Station. Während der Polarnacht rückte er oft aus, um ein phantastisches Himmelsschauspiel zu filmen: die Aurora Australis. So werden die Polarlichter in der südlichen Hemisphäre genannt. Ein von Schäfer aufgenommes und im Atkaxpress gepostetes Video dokumentiert die imposante Leuchtszenerie. Sie kommt zustande, wenn der Sonnenwind stark genug ist, um in den oberen Schichten der Atmosphäre die Stickstoff- und Sauerstoffatome/-moleküle entsprechend anzuregen. „Die Schöne und das Biest“ ist der Blog-Beitrag überschrieben, denn Aurora Australis ist zwar eine Augenweide, stört aber den Funkverkehr.

Bevor Schäfer in die Kältekammer der Erde aufbrach, arbeitete er als Postdoktorand am Leipziger Tropos-Institut. In der Vorbereitungsphase waren unter anderem Brandschutzübungen und ein Gletschertraining zu absolvieren. Bis zum Februar 2017 ist die auf Stelzen an der Atka-Bucht stehende Neumayer-Basis sein Zuhause. 2,50 mal 6 Meter misst Schäfers Zimmer, Kontakt in die Heimat hält er per Satellitentelefon und Internet. Rund 1,5 Kilometer von der Station entfernt befindet sich das von dem Leipziger betreute Spurengas-Observatorium. Wenn der Schneesturm pfeift und alles konturlos wird, braucht er fast eine Stunde, um zu Fuß seinen Arbeitsort zu erreichen.

Neben den speziellen wissenschaftlichen Aufgaben, die jeder Expeditionär zu erfüllen hat, gibt es auch solche, die nur gemeinschaftlich zu meistern sind. So geriet der Pinguin-Beobachtungscontainer durch massive Eisbewegungen in Gefahr und musste mit einem kollektiven Kraftakt an einen neuen Standort bugsiert werden. Um die Kaiserpinguine zu studieren, sind in dem Container fernsteuerbare Kameras installiert.

Vor allem interessiert die Experten das Huddles-Verhalten, bei dem sich viele Tiere dicht aneinanderdrängen und der ganze Schwarm dann koordiniert in Bewegung gerät. Inzwischen weicht an der Neumayer-Station die Polarnacht, ab Ende November wird es für Schäfer & Co. dann im antarktischen Sommer gar nicht mehr dunkel. Und die Station füllt sich, denn die Überwinterer bekommen personelle Verstärkung, wenn die Temperaturen steigen.

http://blogs.helmholtz.de/atkaxpress/

Von Mario Beck

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