Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Geburt des giftigen Windes - Leipziger Forschungsprojekt untersucht Sandstürme
Leipzig Bildung Geburt des giftigen Windes - Leipziger Forschungsprojekt untersucht Sandstürme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:37 16.04.2013
Messturm der Leipziger Troposphären-Forscher auf den Kapverden, wo sie den Flug des Saharastaubes über den Atlantik sondierten. Quelle: Tropos

Experten des Leipziger Leibniz-Institutes für Troposphärenforschung (Tropos) waren erst in Marokko und dann auf den Kapverdischen Inseln mit ihren Hightech-Instrumenten unterwegs, um die Quelle der Sandstürme nach allen Regeln der Kunst zu sondieren - und zu untersuchten wich sich die fliegenden Partikel-Teppiche von Afrika über den Atlantik in Richtung Amerika ausbreiten.

Die Untersuchungen fernab der Heimat waren schweißtreibend, aber der bei den Messkampagnen 2006 und 2008 gewonnene Datenfundus ist ein Schatz, aus dem sich nachhaltig Erkenntnisse ziehen lassen. In Computermodelle eingespeist, offenbaren sich so jetzt meteorologische Schlüsselfaktoren für die Geburt der gewaltigen Staub-Emissionen der Sahara.

Samum öffne dich - so könnte der Zugangscode heißen, um jene Rechner-Simulation anzuwerfen, mit der sich Bernd Heinold bestens auskennt. Lange arbeitete er an der Universität in Leeds, jetzt gehört er zum Tropos-Team im Wissenschaftspark an der Permoserstraße und geht den Staubstürmen virtuell auf den Grund. Ergebnis der aufwändigen Modellierungen, die er jetzt zusammen mit Kollegen auf der Jahrestagung der europäischen geowissenschaftlichen Vereinigung in Wien vorstellte: Rund 40 Prozent der sandigen Luftfracht stammen von bodennahen Strahlströmen, weitere 40 Prozent heben im Zuge von Schauer- und Gewitterfronten ab und 20 Prozent durch andere Prozesse.

"Die Strahlströme sind ein regionales Phänomen, das sich in Höhen von nur 100 bis 500 Metern über Grund abspielt. Sie entstehen durch die starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, bei denen die Bodenreibung größtenteils entkoppelt wird", erklärte Heinold. Löse sich diese Inversionslage am Morgen dann auf, setze wieder die Reibung ein, der Wind erreiche teils die Erde und quirle im Mineralstaub. Die Modellrechnungen hätten auch offenbart, dass die meisten Staubemissionen vormittags bei klarem Himmel entstehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Beck, Mario

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leipziger „Schule am Opferweg“ in Wahren könnte künftig Standards setzen für den Ausbau einer zukunftsorientierten Quartiersschule. Mit dem Konzept für die Wiederbelebung der 58. Schule gewann Leipzig jetzt beim bundesweiten Wettbewerb „Pilotprojekte Schulen planen und bauen“.

16.04.2013

Frauen besitzen bessere Führungsqualitäten als Männer. Das geht aus einer Studie der Universität Leipzig hervor, die am Montag vorgestellt wurde. Demnach wird das Verhalten von Chefinnen und Chefs unterschiedlich wahrgenommen.

15.04.2013

Am 9. Mai kommt er in die deutschen Kinos: "Schimpansen". Den neuen Film aus dem Hause Walt Disney würde es ohne ihn vermutlich nicht geben: Professor Christophe Boesch vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit den tierischen Bewohnern des Taï-Nationalparks in der Republik Elfenbeinküste.

12.04.2013
Anzeige