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Bildung Goldene Amtskette für Uni-Rektorin Schücking und neues Domizil für Forschungsakademie
Leipzig Bildung Goldene Amtskette für Uni-Rektorin Schücking und neues Domizil für Forschungsakademie
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19:26 28.04.2017
Erst Amtskette umgehängt, dann Handschlag: Uni-Rektorin Beate Schücking und ihr kurzzeitiger Amtsvorgänger Martin Schlegel beim Fesakt der Investitur.   Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Zuständig für die Ketten-Übergabe war Amtsvorgänger Professor Martin Schlegel, der der Uni interimsweise vom November 2010 bis Ende Februar 2011 vorstand. „Diese kostbare Insigne ist schwer, wie das Rektoramt zuweilen auch“, meinte Schlegel. Für weitere fünf Jahre hat es Schücking jetzt inne. Die Festversammlung nutzte die 61-Jährige für einen Rück- und Ausblick.

Vor allem der vom Freistaat Sachsen verordnete Stellenabbau hatte die Uni hart getroffen. Trotzdem gelang es unter Schückings Ägide das wissenschaftliche Profil zu schärfen, sehr hohe Bewerberzahlen für Studienplätze zu erzielen, die Schließung von Instituten letztlich abzuwenden und Einrichtungen wie das Biodiversitätsforschungszentrum und ein Helmholtz-Institut anzusiedeln. Die neuen Aufgaben werde sie, gestützt auf das Rektoratskollegium und die kollektive Anstrengung der Gesamtuniversität, mit „Enthusiasmus und Erfahrung“ angehen, so Schücking. Erklärte Ziele seien unter anderem, beim angelaufenen Bundes-Exzellenzwettbewerb zu punkten, bei der Qualität der Lehre noch zuzulegen und bei der Infrastruktur weiter voranzukommen. „Aus räumlichen Inseln Kontinente machen“, beschrieb Schücking das Konzept der Konzentration der Fakultäten an großen Standorten. Das ehemalige Uni-Gästehaus, die Villa Tillmanns in der Wächterstraße, soll künftig zum Sitz der stark in die Doktorandenausbildung eingebundenen „Research Academy“ werden. Für den Internetauftritt der Uni kündigte die Rektorin eine Runderneuerung in diesem Jahr an, „um auch da die Außenwirkung zu erhöhen“. Beim Paulinum geht sie weiter von einer Eröffnung noch 2017 aus.

„Zumindest in ihrer nunmehrigen Amtszeit wird es mit Sicherheit fertig“, meinte Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) mit einem Augenzwinkern. Sie hob hervor, dass Schücking sich mit deutlichen Worten gegen die von der vormaligen schwarz-gelben Landesregierung verordneten Stellenkürzungen gewandt hatte und für eine weltoffene Hochschule mit anerkannter Willkommenskultur stehe. „Auf uns können sie weiter zählen, mit uns müssen sie weiter rechnen“, meinte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) beim Grußwort – und lobte die enge Bande zwischen Uni und Stadt und das Vertrauensverhältnis mit Schücking. Ebenso wie Stange und Jung wünschte auch der Studentenrat der Rektorin eine erfolgreiche zweite Amtsperiode, für die die Kommilitonen aber mehr Mitsprachemöglichkeiten im Vorfeld wichtiger Gremienentscheidungen anmahnten.

Die Irrungen und Wirrungen im Zuge des Rekor-Wahlverfahrens kamen beim Festakt nicht zur Sprache. Fast zwei Jahre hatte es sich hingezogen, zwei für den Posten nominierte externe Kandidaten zogen in der ersten Runde entnervt zurück, das Verhältnis von Senat und Hochschulrat war vergiftet.

Von Mario Beck

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