Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Grabungen an der Mitte der Welt – Leipziger findet Außergewöhnliches
Leipzig Bildung Grabungen an der Mitte der Welt – Leipziger findet Außergewöhnliches
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 26.10.2015
Eine Darstellung des Sonnengotts als Kind Quelle: Dietrich Raue, Uni Leipzig
Anzeige
Leipzig

Einem internationalen Forschungsteam um den Leipziger Ägyptologen Dr. Dietrich Raue ist es in einer Rettungsgrabung zum ersten Mal gelungen eine komplette Gebäudeeinheit  im Tempelbezirk von Heliopolis in Kairo zu lokalisieren. Die Universität Leipzig teilte mit, dass die Grabung der Forscher ein großer Erfolg war: Sie gewannen für die gefährdete Grabungsstelle mehr Zeit, denn die Funde, die sie machten, sind außergewöhnlich.

Bereits im Frühjahr entdeckte ein zwanzigköpfiges Forscherteam überraschend Hinweise auf den Tempel Nektanebos I (380 bis 363 v.Chr.). Die Grabung im Herbst sollte dieser Möglichkeit weiter nachgehen. Dabei fanden die Forscher Fragmente der Darstellung einer geografischen Prozession aus Basalt. Darauf sind alle Regionen des Landes mit einer Darstellung der Nilüberschwemmung.

Außerdem wurden Säulenfragmete aus Kalkstein mit dem Namen des Herrschers Nektanebos I ausfindig gemacht. Alle Funde wurden in das Freilichtmuseum am Obelisken von Heliopolis gebracht und dort so behandelt, dass sie sich halten.

Auch im Süden des Geländes grub das Team um der Leipziger Forscher Raue. Dabei wurde ein weiterer Tempelabschnitt mit Produktionsbereichen und zahlreichen gut erhaltenen Öfen gefunden. Diese stammen aus dem 4. bis 2. Jahrhundert vor Christus.

Durch die Funde wurde zum ersten Mal im Tempelbezirk von Heliopolis eine Gebäudeeinheit exakt lokalisiert. Außerdem könne man durch die Menge der Steinblöcke davon ausgehen, dass diese nicht von weither, sondern aus der Region stammen müssen.

Der Tempel von Heliopolis war über Jahrtausende hinweg eines der religiösen Zentren des pharaonischen Ägyptens. Nach aktuellem Forschungsstand, nahmen die Menschen an, dass an diesem Ort die Welt entstanden sei und er somit die irdische Residenz des Sonnengottes war. Trotz dieser Bedeutung des Tempels ist das Gebiet bisher wenig erforscht. Es liegt im modernen Kairo, einer Millionenstadt, die stetig wächst. Die Wissenschaftler befürchten, dass dadurch ungehobene Schätze begraben werden könnten, bevor ein Archäologe einen Blick darauf geworfen hat.

Die Funde in der Tempelanlage sind nicht nur für die Wissenschaft bedeutsam. Durch die Funde wird die Grabung weiter durch das ägyptische Antikenministerium unterstützt. Weitere Forschungen werden damit möglich.

pad

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Bildung Erstgeborene perfektionistisch und besonders schlau? - Studie: Uni Leipzig prüft Vorurteile zu Geschwisterkindern

Sind Erstgeborene perfektionistisch? Und stecken in den Nesthäkchen kleine Rebellen? Psychologen der Universitäten Leipzig und Mainz haben in einer Studie Erstaunliches zu Geschwisterkindern festgestellt – auch zum Thema Intelligenz.

20.10.2015

Im Streit um die Neubesetzung der Rektorenstelle an der Universität Leipzig greift der Studentenrat den Hochschulrat scharf an. Sachsens Wissenschaftsministerin Stange (SPD) reagiert und weist die Kritik der Studenten energisch zurück.

15.10.2015

Zum Verlauf der Sitzung des Uni-Senats am Dienstag gibt es weiterhin nur Spekulationen. Ersten Informationen über eine mögliche Erweiterung der Kandidatenliste für die Rektorwahl widersprach am Mittwoch ein Sitzungsteilnehmer.

14.10.2015
Anzeige